In der Barawitzkagasse in Döbling hat in den vergangenen Tagen ein grüner Container mit McDonald's-Logo Aufsehen erregt. Nach Angaben der Betreibenden steht dort kurzfristig ein Pop-up-McDrive, während die rund 100 Meter entfernte bestehende Filiale abgerissen und neu errichtet wird. Die temporäre Anlage wurde nach Darstellung von Anrainerinnen und Anrainern binnen weniger Wochen aufgestellt – und löste umgehend Proteste aus.
Ärger über Lärm, Müll und mögliche Verkehrsprobleme
Mehr als 250 Anwohner haben sich laut Berichten in einer Bürgerinitiative gegen das Pop-up ausgesprochen. Kritiker befürchten eine zusätzliche Belastung durch Lärm, vermehrte Müllablagerungen und eine Intensivierung von nächtlichen Verkehrsproblemen in einem Grätzl, das bereits derzeit als belastet gilt. Besonders Sorge bereitet den Bewohnerinnen und Bewohnern die Nähe zur Heiligenstädter Straße, die laut Aussagen in der Nachbarschaft seit Jahren als Brennpunkt für sogenannte „Roadrunner“ gilt – Fahrzeuglenker, die Rennen und riskante Fahrmanöver durchführen und so Lärm und Gefährdung verursachen.
Die Betreiberseite erklärt, dass die temporäre Einrichtung nur während der Bauzeit der Hauptfiliale bestehen bleiben solle; die Genehmigung der Baupolizei laufe bis zum 31. Dezember. Gleichzeitig ist dem veröffentlichten Bericht zufolge das zuständige Betriebsanlagenverfahren noch nicht abgeschlossen, wobei die gewerbebehördliche Erlaubnis Voraussetzung für die Aufnahme des Betriebs ist.
„Die Eröffnung des Pop-up-Restaurants ist für Ende Juli geplant“, sagt Wilhelm Baldia, Pressesprecher von McDonald's, auf Anfrage.
Konflikt mit Bezirk und Informationspolitik
Ein weiterer Streitpunkt ist, ob die Anrainerinnen und Anrainer ausreichend informiert wurden. Bezirksvorsteher Daniel Resch (ÖVP) soll erklärt haben, die unmittelbaren Nachbarn seien verständigt worden und hätten keinen Einwand erhoben. Betroffene hingegen berichten, sie seien nicht kontaktiert worden; in einem Fall wurde offenbar mitgeteilt, ein Wohnhaus liege nicht in der Nachbarschaft, da es 32 Meter entfernt sei. Diese Differenz in der Darstellung verschärft den Vertrauenskonflikt zwischen Bewohnern und Behördenvertretern.
- Standort: Barawitzkagasse, Döbling (nahe Heiligenstädter Straße)
- Bestehende Filiale: etwa 100 Meter entfernt; wird abgerissen und neu gebaut
- Temporäre Genehmigung: Baupolizeiliche Bewilligung bis 31. Dezember
- Offene Genehmigung: Betriebsanlagenverfahren noch nicht abgeschlossen
- Protest: über 250 Unterschriften gegen das Pop-up
Was das für die Nachbarschaft bedeutet
Für Anwohnende hat die Situation mehrere praktische Konsequenzen: Sollte das Pop-up in Betrieb gehen, ist mit erhöhter Emission von Verkehrslärm und einer Zunahme an Kurzparkern sowie Lieferverkehren zu rechnen. Das könnte die nächtliche Ruhe weiter beeinträchtigen und die ohnehin bestehende Problematik mit illegalen Straßenrennen verschärfen. Zugleich bleibt die rechtliche Situation uneindeutig, solange die gewerbebehördliche Genehmigung nicht erteilt ist; ohne diese darf ein Betrieb nicht aufgenommen werden.
Wer betroffen ist oder Hinweise hat, kann sich an die Bezirksvorstehung Döbling wenden, um Einsicht in die erteilten Bewilligungen zu erhalten oder Beschwerdewege zu erfragen. Für die Polizei bleiben weiterhin Aufgaben in der Verkehrsüberwachung und bei der Ahndung illegaler Rennen, für die Kommune die Frage, wie öffentliche Interessen der Anrainerinnen und Anrainer und wirtschaftliche Vorhaben vor Ort abgewogen werden.
| Fakt | Details |
|---|---|
| Geplanter Öffnungstermin | Ende Juli (laut McDonald's-Pressesprecher) |
| Bewilligung Baupolizei | bis 31. Dezember |
| Betriebsanlagenverfahren | noch nicht abgeschlossen |
Die Diskussion in Döbling bleibt damit offen: Sie dreht sich nicht nur um ein einzelnes temporäres Lokal, sondern um Fragen von Nachbarschaftsrechte, Verkehrssicherheit und kommunaler Informationspolitik – Punkte, die für das tägliche Leben im Grätzl von unmittelbar spürbarer Bedeutung sind.