Die Tiroler Landesregierung hat nach dokumentierten Rissereignissen im Bezirk Landeck eine Abschussverordnung für einen als schadend eingestuften Wolf erlassen. Die Verordnung wurde am Dienstag kundgemacht und ist bis einschließlich 27. September 2026 gültig. Die zuständige Jägerschaft wurde bereits informiert.
Was ist passiert?
Auslöser der Maßnahme war ein Vorfall in einem Almgebiet im Gemeindegebiet Kaunertal. Ende vergangener Woche wurden dort durch den Amtstierarzt zwei tote Schafe begutachtet; zusätzlich gelten vier weitere Tiere als vermisst. Aufgrund des Rissbildes besteht der konkrete Verdacht, dass ein Wolf die Tiere gerissen hat. Die Ermittlungen und Begutachtungen durch Fachstellen laufen.
Im Gemeindegebiet Pfunds wurde zudem am Montag ein totes Pony auf einer Alm gefunden. Nach Untersuchung durch den Amtstierarzt spricht vieles dafür, dass ein Bär beteiligt war. Zur Sicherstellung der Ursache wurden Tupferproben genommen und an das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien übermittelt.
Behördliche Bewertung und Hinweise für die Bevölkerung
Das Land Tirol betont, es gebe derzeit keine Anzeichen dafür, dass sich ein Bär gezielt dem Siedlungsraum oder Menschen nähere. Alle eingehenden Meldungen sowie Nachweise werden laufend überprüft. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, Sichtungen von Wolf, Bär oder Luchs möglichst schnell über das Sichtungsformular auf der Website des Landes Tirol oder direkt bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft zu melden. Hilfreich seien dabei Fotos oder anderes Bildmaterial.
- Betroffene Orte: Kaunertal, Pfunds
- Begutachtete Tierverluste: 2 tote Schafe, 4 vermisste Schafe, 1 totes Pony
- Behördliche Maßnahme: Abschussverordnung für einen Schadwolf bis 27.09.2026
- Proben: Tupferproben zur Analyse an der Veterinärmedizinischen Universität Wien
Für Nutztierhalter in den betroffenen Gemeinden bedeutet die Verordnung, dass die Behörden nun Sondereinsätze und gegebenenfalls rechtlich abgesicherte Eingriffe zur Gefahrenabwehr durchführen können. Für Alm- und Weidebetriebe ist in dieser Saison mit verstärkter Kontrolle und Kommunikation seitens der Bezirkshauptmannschaft zu rechnen.
| Datum / Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| Ende vergangene Woche | Begutachtung von 2 toten Schafen im Kaunertal |
| Montag (aktueller Bericht) | Fund eines toten Ponys in Pfunds; Verdacht auf Bärenbeteiligung |
| Bis 27.09.2026 | Gültigkeit der Abschussverordnung für den Schadwolf |
Die Vorgänge erinnern daran, dass in alpinen Regionen Nutztiere und große Beutegreifer in direkter Nähe koexistieren können. Für die Betroffenen bringt das sowohl wirtschaftliche als auch organisatorische Belastungen mit sich: Versicherung, Herdenschutzmaßnahmen und zeitintensive Melde- und Begutachtungsverfahren stehen an. Die Untersuchungen der entnommenen Proben werden zeigen, ob die Verdachtsmomente endgültig bestätigt werden können. Bis dahin bleibt die Abschussverordnung ein Instrument der Gefahrenabwehr.
Die Bezirkshauptmannschaft Landeck und das Land Tirol kündigen an, über weitere Erkenntnisse zu informieren. Halten Sie in der Zwischenzeit Aufnahmegeräte oder Fotos bereit, wenn Sie Beobachtungen machen, und melden Sie diese über die offiziellen Kanäle.