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Wie Europa die Hitze meistert: Fenster auf oder Klimaanlage?

Eine YouGov-Umfrage im Auftrag des Händlers Galaxus zeigt deutliche Unterschiede: Die Schweiz kühlt bevorzugt mit Schatten und Durchzug, Italien setzt auf fest eingebaute Klimaanlagen. Umwelt- und Kostenbedenken prägen die Einstellungen in Mitteleuropa.

Wie Europa die Hitze meistert: Fenster auf oder Klimaanlage?
©Illustration KI Nadine Trummer / steirerblatt.at

Traditionelle Techniken gegen elektrische Kühlung

Die Art, wie Menschen in Europa mit steigenden Sommer­temperaturen umgehen, könnte kaum unterschiedlicher sein: Eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag des Onlinehändlers Galaxus unter mehr als 2.600 Personen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien offenbart ausgeprägte kulturelle und praktische Unterschiede.

Schweizer Strategie: Lüften am Morgen, Rollläden tagsüber

In der Schweiz dominiert ein bewährtes Rezept: Frühmorgendliches Durchlüften und tagsüber geschlossene Fenster sind dort besonders verbreitet. Laut Umfrage setzen rund vier von fünf Befragten auf dieses Vorgehen. Ebenfalls stark vertreten ist der Einsatz von verschattenden Elementen: etwa zwei Drittel nutzen Rollläden, Jalousien oder Markisen – Spitzenwerte im Vergleich der fünf Länder.

Italienische Gewohnheit: Klimaanlage als Standard

Im Gegensatz dazu ist in Italien die fest eingebaute Klimaanlage weit verbreitet: Für etwa die Hälfte der Befragten gehört sie zum üblichen Wohnstandard. Fest verbaute Anlagen sind dagegen im deutschsprachigen Raum selten: In der Schweiz und in Deutschland findet sich eine solche Anlage lediglich in etwa einem von zwanzig Haushalten.

  • Ventilatoren: In der Schweiz nutzen nur rund ein Drittel der Befragten Ventilatoren; in den Nachbarländern liegt der Anteil näher bei der Hälfte.
  • Kostenbedenken: In Frankreich und Deutschland schrecken jeweils etwa vier von zehn Personen vor den Anschaffungskosten zurück.
  • Ökologische Bedenken: In der Schweiz gibt mehr als ein Drittel an, aus Umweltgründen auf Klimageräte zu verzichten; nur rund jede fünfte Person hält Klimageräte für ökologisch vertretbar.

Konflikt zwischen Komfort und Umwelt

Die Ergebnisse zeichnen ein Spannungsfeld: Während etwa 40 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer Klimaanlagen angesichts zunehmend heißer Sommer als notwendiger empfinden, lehnt fast die Hälfte diese Geräte aufgrund von Umweltaspekten ab. In Deutschland dominiert die Sorge um die Stromrechnung, in Italien spielen ökologische Vorbehalte offenbar eine deutlich geringere Rolle.

LandFeste KlimaanlageRollläden/JalousienVentilator-Nutzung
Schweiz5% (1 von 20)≈ 66%≈ 33%
Deutschland5% (1 von 20)(Weniger Spitzenwert als Schweiz)50% (Nachbarländer)
Italien≈ 50%(weniger relevant in der Meldung)(nicht konkret ausgewiesen)
Frankreich(nicht konkret ausgewiesen)(nicht konkret ausgewiesen)(nicht konkret ausgewiesen)

Was bedeutet das für Österreich?

Österreich war ebenfalls Teil der Befragung, konkrete Zahlen für heimische Haushalte nennt die übermittelte Zusammenfassung jedoch nicht. Die dargestellten Muster sind dennoch relevant: Sie zeigen mögliche Pfade, wie Haushalte künftig reagieren könnten — je nach Priorität von Kosten, Komfort und Klimaethik. Praktisch bedeutet das für die Planung von Reisen, Wohnraumanpassungen oder Neu­anschaffungen: Rollläden, sinnvolle Beschattung und das richtige Lüftungsverhalten bleiben wirkungsvolle Maßnahmen, wenn man ohne große Energiekosten kühle Innenräume erhalten will.

Die Umfrage macht deutlich, dass es kein einheitliches Rezept gegen die Hitze gibt. Vielmehr bewegen sich Entscheidungen im Spannungsfeld von finanziellen, ökologischen und kulturellen Faktoren — ein Befund, den auch Österreichs Haushalte in den kommenden Jahren praktisch zu spüren bekommen dürften.

Nadine Trummer
Nadine KI Redakteurin im Ressort Freizeit online

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