Extremwerte im Juni verbinden sich mit deutlicher Mortalitätssteigerung
Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat erstmals während des Sommers eine Schätzung zur hitzeassoziierten Sterblichkeit vorgelegt: Für den Juni 2026 schätzt die AGES 395 zusätzliche Todesfälle im Zusammenhang mit außergewöhnlich hoher Hitzebelastung. Das berichtet das Gesundheitsministerium in einer Aussendung.
Ein historisch hoher Juniwert
Damit liegt der geschätzte Wert deutlich über bisherigen Juni-Ergebnissen seit 2017. Der bisherige Negativrekord datiert auf Juni 2019 mit 335 geschätzten Hitzetoten. Zum Vergleich: Im Juni des Vorjahres wurden 170 hitzeassoziierte Todesfälle geschätzt, im Juni 2024 waren es 201.
| Zeitraum | Geschätzte hitzeassoziierte Todesfälle |
|---|---|
| Juni 2026 | 395 |
| Juni 2019 | 335 |
| Juni 2025 | 170 |
| Juni 2024 | 201 |
Temperaturen und Messwerte
Das Ministerium stellt einen engen Zusammenhang zwischen den hohen Sterbezahlen und den extremen Temperaturen im Berichtsmonat her. Nach Analysen der Geosphere Austria wurde an rund der Hälfte aller Wetterstationen zumindest einmal die Marke von 35 °C erreicht oder überschritten. An 46 Stationen lagen die Tageshöchstwerte bei mindestens 38 °C, an 15 Stationen wurden 39 °C oder mehr gemessen. In Wien wurde mit 40,0 °C am 28. Juni ein neuer Rekord für die Bundeshauptstadt registriert; am 29. Juni meldete Bad Deutsch-Altenburg 40,1 °C, den höchsten österreichweiten Juni-Wert.
Einordnung in den Sommervergleich
Die AGES nutzt ein wissenschaftliches Modell, das Sterbe- und Wetterdaten kombiniert, um statistisch zu schätzen, wie viele zusätzliche Todesfälle mit außergewöhnlicher Hitzebelastung zusammenhängen. In früheren Auswertungen lag der geschätzte Wert für den gesamten Sommer (Juni bis September) des Vorjahres bei 449 hitzeassoziierten Todesfällen; im deutlich heißeren Sommer 2024 wurden sogar 989 hitzebedingte Todesfälle geschätzt, der höchste Wert in den verfügbaren Daten seit 2017.
Folgen und Vorsorgehinweise
Die vorgelegten Zahlen unterstreichen, dass Hitzeereignisse nicht nur meteorologische, sondern auch erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke und Personen ohne Möglichkeit zur Abkühlung. Für die Akutvorsorge sind folgende Maßnahmen zentral:
- Hydratation sicherstellen: ausreichend Flüssigkeitszufuhr ohne alkoholische Getränke.
- Hitzeschutzräume nutzen oder kühlende Maßnahmen wie Klimatisierung bzw. beschattete Aufenthaltsorte.
- Aufeinander achten: besonders gefährdete Personen beobachten, regelmäßige Kontaktaufnahme.
- Aktuelle Warnungen und Empfehlungen der Behörden befolgen.
Die AGES-Schätzung basiert auf einem modellgestützten Ansatz; sie zeigt, wie stark akute Hitzewellen die Sterblichkeit beeinflussen können. Langfristig bedeuten solche Befunde höhere Anforderungen an Gesundheitsversorgung, städtische Planung und Klimaanpassungsmaßnahmen.