Gemeinden befürworten umfassende Modernisierung
Die Zukunft des Waldrastlifts, einer seit Jahrzehnten wichtigen Wintersportanlage im Außerfern, rückt näher an eine konkrete Umsetzung: Die Gemeinderäte von Reutte, Breitenwang, Ehenbichl, Pflach, Wängle und Lechaschau haben sich mit klarer Mehrheit für eine finanzielle Beteiligung an der Erneuerung der Beschneiungsanlage ausgesprochen. Damit ist der Weg frei für eine Entscheidung durch das Land Tirol, das die abschließende Zusage treffen muss.
Eigentümer der Flächen und der Liftanlage ist der Tourismusverband Naturparkregion Reutte; betrieben wird der Waldrastlift von der Gemeinde Ehenbichl. Die bestehende Anlage stammt aus den 1990er-Jahren und war ursprünglich als Zusatzbeschneiung gedacht. Inzwischen liegt die tatsächliche Förderleistung nur noch bei rund 7,6 Liter pro Sekunde statt der damals möglichen 10 Liter, was auf Verschleiß, Korrosion und technische Defekte zurückgeführt wird.
„Wir haben Bauteilschäden gehabt“,
erklärte Christoph Kerber und machte damit deutlich, dass einzelne Ausfälle die gesamte Anlage lahmlegen können.
Geplante Verbesserungen und erwartete Effekte
Das vorgestellte Konzept sieht eine vollständige Modernisierung der Beschneiungsinfrastruktur vor. Die wichtigsten Eckdaten:
- Erhöhung der Förderleistung auf 30 Liter pro Sekunde
- Reduktion der Beschneiungszeit von rund 280 auf etwa 30 Stunden
- Ausweitung der beschneiten Fläche von derzeit etwa 23.000 m² auf knapp 78.000 m²
- Senkung des jährlichen Stromverbrauchs von rund 65.000 auf etwa 45.000 Kilowattstunden
Von der Modernisierung würden nicht nur die Skipiste, sondern auch der Biathlonbereich sowie große Teile der Langlaufloipe profitieren. Zudem soll die Infrastruktur so geplant werden, dass eine spätere Errichtung einer Flutlichtanlage möglich ist.
Konsequenzen für den Talkessel und offene Fragen
Für die Gemeinden im Talkessel bedeutet die Investition eine langfristige Absicherung des regionalen Wintersportbetriebs. Kürzere Beschneiungszeiten und größere Flächen können die Betriebssicherheit in schneearmen Jahren erhöhen und damit auch wirtschaftliche Planungssicherheit für Betriebe und Vereine bringen. Die reduzierte Strombelastung ist zudem ein positiver Punkt hinsichtlich Betriebskosten und Nachhaltigkeit.
Gleichzeitig bleibt die Frage der Finanzierung und die endgültige Zustimmung des Landes der Knackpunkt: Nur mit einer Landesentscheidung kann das Vorhaben umgesetzt werden. Ebenso sind weitergehende Detailplanungen (Genehmigungen, Zeitplan, Bauphasen) erforderlich, bevor der Liftbetrieb uneingeschränkt von der neuen Anlage profitieren kann.
| Parameter | Aktuell | Geplant |
|---|---|---|
| Förderleistung | ~7,6 l/s (statt 10 l/s früher) | 30 l/s |
| Beschneiungszeit | ~280 Stunden | ~30 Stunden |
| Beschneite Fläche | ~23.000 m² | ~78.000 m² |
| Jährlicher Stromverbrauch | ~65.000 kWh | ~45.000 kWh |
Für Sportvereine, Schneesportlehrende und touristische Anbieter im Bezirk Reutte sind diese Parameter relevant: Eine höhere Beschneiungsleistung könnte Trainingsbedingungen für Rennsport und Biathlon langfristig sichern und Veranstaltungen planbarer machen. Ebenso eröffnet die Ausweitung der beschneiten Flächen mehr Möglichkeiten für Freizeitnutzung und Trainingsbetrieb.
Nun liegt die Verantwortung beim Land Tirol, das die beantragten Mittel und die Umsetzung freigeben muss. Sollte die Zustimmung erfolgen, sind in den kommenden Monaten weitere Abstimmungen zwischen den Gemeinden, dem Tourismusverband und technischen Planern zu erwarten.
Für die Bevölkerung heißt das: Entscheidend sind nicht nur die technischen Verbesserungen, sondern auch die weitere politische Begleitung und die Zeitpläne für Umsetzung, damit Wintersportangebote im Talkessel langfristig gesichert bleiben.