FPÖ Reutte verlangt umfassende Prüfung aller Optionen
Die FPÖ-Bezirkspartei in Reutte hat die Debatte um das Fernpasspaket erneut belebt. Bezirksparteiobmann Vinzenz Schedle wirft der Tiroler ÖVP vor, mit ihrem Umgang die eigenen Versäumnisse zu überdecken und kritische Stimmen nicht ernst genug zu nehmen. Für die FPÖ sei nun ein "echter Neustart" in der Verkehrspolitik nötig, der alle denkbaren Lösungen offen und sachlich prüft.
Aus Sicht der FPÖ müsse bei der Planung der Entlastung entlang der B179 Fernpassstraße langfristig gedacht werden. Kurzfristige Einzelmaßnahmen reichten nicht aus; gefragt sei ein Konzept, das kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen kombiniert und so für eine echte Entlastung der Anrainerinnen und Anrainer sorgt.
Forderungen: Variantenoffenheit, Bürgerbeteiligung, Kritik an Maut
- Prüfung aller Varianten, darunter ausdrücklich auch die seit Jahren diskutierte Großtunnelvariante, die nicht von vornherein ausgeschlossen werden dürfe.
- Stärkere Einbindung der Bevölkerung in Entscheidungsprozesse; die FPÖ fordert eine Volksbefragung.
- Kritik an geplanten Mautmaßnahmen, die vor allem Anrainer zusätzlich belasten würden.
„Statt die Opposition zu attackieren, sollte die ÖVP ihre jahrzehntelangen Versäumnisse aufarbeiten“,
Mit diesem Satz fasst Schedle seine Vorwürfe gegenüber der Landespartei zusammen. Er betont, dass eine voreingenommene Ausscheidung von Möglichkeiten keine sachliche Verkehrspolitik darstelle, sondern ideologisch motiviert sei.
Konkrete Bedeutung für Reutte
Für die Bevölkerung im Bezirk Reutte geht es bei der Debatte um weit mehr als politische Schlagwörter: Eine verlässliche Verkehrslösung würde die Lebensqualität entlang der stark belasteten Fernpassstraße direkt beeinflussen. Entscheidungen hinsichtlich Tunnelbau, Maßnahmen zur Verkehrslenkung oder die Einführung einer Maut würden tägliche Wege, Pendelverkehre und den Wohnraum in betroffenen Gemeinden betreffen.
Die FPÖ fordert, dass Anrainerinnen und Anrainer nicht nur informiert, sondern aktiv in die Entscheidungsfindung eingebunden werden. Die vorgeschlagene Volksbefragung zielt darauf ab, die Legitimation großer Infrastrukturentscheidungen auf eine breite Basis zu stellen.
| Forderung | Begründung |
|---|---|
| Offene Variantenprüfung | Vermeidung ideologisch bedingter Vorfestlegungen |
| Volksbefragung | Stärkere Einbindung der Bevölkerung |
| Mautkritik | Schutz der Anrainer vor zusätzlicher Belastung |
Wie die Diskussion weitergeht, hängt nun maßgeblich von der Reaktion der Landespolitik und dem weiteren Austausch mit Betroffenen und Initiativen ab. Klar ist, dass die Debatte um den Fernpass auch in Reutte aufmerksam verfolgt wird — alleine schon wegen der direkten Auswirkungen auf Verkehrssicherheit, Lärm- und Umweltbelastung sowie Pendlerkosten.