Die jüngste Entwicklung rund um das Google-Rechenzentrum bei Kronstorf hat im Bezirk Linz-Land für Unruhe gesorgt. Nachdem Ende April der Spatenstich für das Projekt gesetzt wurde und die Inbetriebnahme für 2027 angekündigt ist, liegen nun weitere Bauanträge vor, die eine deutliche Vergrößerung des Standorts vorsehen. Die Pläne umfassen dem Vernehmen nach das gesamte 50 Hektar große Areal und würden den Standort zu einem der größten Rechenzentren des Konzerns machen.
Worum es den Kritikerinnen und Kritikern geht
Im Mittelpunkt der Kritik stehen vor allem der Flächenverbrauch fruchtbaren Ackerlands, der potenziell hohe Wasser- und Strombedarf sowie mögliche Effekte auf die Umgebungstemperatur. Nach ersten Angaben aus der Projektvorstellung war eine Maximalkapazität des Strombedarfs von 150 Megawatt genannt worden; Google sprach bei der ursprünglichen Planung außerdem von rund 100 neuen Arbeitsplätzen.
- Bürgerinitiative: mangelnde Transparenz und Informationspolitik
- Umweltaspekte: Wasser-, Stromverbrauch und Flächenversiegelung
- Rechtliche Frage: Warum keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig sein soll
„Es sei nichts aus- oder abgesprochen worden, sondern es werde abgehandelt, veröffentlicht und durchgezogen,“
so bringt ein Vertreter der BürgerInneninitiative Rechenzentrum Kronstorf seine Kritik auf den Punkt. Die Initiative hat eine Demonstration für den 17. Juli angekündigt, um öffentlich gegen die Ausbaupläne zu opponieren.
Politische Reaktionen und Forderungen
Auch die Landespolitik reagierte: Der Grüne Landesrat für Umwelt und Klima, Stefan Kaineder, bewertete den Standort als „mehr als problematisch“ und verwies auf den Wert des Ackerlandes, das durch großflächige Bebauung verloren gehe. Er fordert eine klarere gesetzliche Regelung, damit groß angelegte Projekte dieser Art grundsätzlich einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Geplante Inbetriebnahme | 2027 |
| Ursprüngliche Kapazitätsangabe (Strom) | 150 MW |
| Erwähnte neue Arbeitsplätze | 100 |
| Gesamtareal laut neuer Anträge | 50 Hektar |
Für die Menschen im Bezirk Linz-Land stellen sich daraus konkrete Fragen: Wie verändern sich Landschaft und lokale Infrastruktur? Welche Belastungen sind durch erhöhten Verbrauch von Wasser und Energie zu erwarten? Und wie viel Einfluss können Gemeinden und Bürgerinnen und Bürger auf Genehmigungsverfahren nehmen?
Bislang gibt es nach Medienberichten und Stellungnahmen der Initiativen Hinweise darauf, dass für das Projekt keine verpflichtende UVP vorgeschrieben sei. Kritiker bemängeln, dass dafür wiederholt gesetzliche Schwellen knapp unterschritten wurden. Die Debatte um Transparenz und Beteiligung ist damit zentraler Bestandteil der Auseinandersetzung.
Für Betroffene vor Ort bedeutet das: Informationsangebote der Gemeinde, der Landesstelle und der Projektwerber aufmerksam verfolgen; Teilnahme an öffentlichen Informationsveranstaltungen oder Bürgerinitiativen ist möglich; und Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden haben die Möglichkeit, auf eine erweiterte Prüfung und begleitende Maßnahmen zur Verkehrs- und Infrastrukturplanung zu drängen.
Die Demonstration am 17. Juli wird ein Gradmesser dafür sein, wie stark der Protest in der Region mobilisierbar ist und welche weiteren Schritte die Initiativen und die Politik daraus ableiten.