Gesundheit Haiming Bezirk Imst

Vortrag in Haiming: ADHS als neurologische Bedingung, nicht als Erziehungsfrage

In Haiming informierte Dr. A. Johanna Urban Eltern, Angehörige und Pädagog:innen über neurobiologische Hintergründe von ADHS und praxisnahe Unterstützungsmöglichkeiten für Alltag und Schule.

Vortrag in Haiming: ADHS als neurologische Bedingung, nicht als Erziehungsfrage
©Illustration KI Lukas Mayer / steirerblatt.at

ADHS: Verständnis statt Stigmatisierung

In der Bibliothek Haiming folgten zahlreiche Eltern, Angehörige und Pädagog:innen dem Vortrag von Dr. A. Johanna Urban zum Thema „ADHS ist kein Verhaltensproblem“. Die Vortragende kombinierte wissenschaftliche Erläuterungen mit persönlichen Erfahrungen: Sie lebt selbst mit ADHS, ist Autistin und hat eine Hochbegabung. Diese Perspektive prägte ihre Darstellung der Ursachen und Unterstützungsansätze.

Im Zentrum der Ausführungen stand die Darstellung von ADHS als neurobiologisch begründete Störung. Dr. Urban erläuterte anschaulich die Rolle des Botenstoffs Dopamin und beschrieb, wie Schwankungen im Dopaminspiegel Verhalten und Aufmerksamkeit beeinflussen. Kinder mit ADHS befinden sich demnach oft in einem Zustand, der sich mit der Metapher einer "Dopamin-Achterbahn" beschreiben ließ: Phasen hoher Erregung wechseln mit Phasen, in denen das Gehirn verstärkt nach Reizen sucht.

"Schwieriges Verhalten entsteht nur selten aus Bosheit, sondern vielmehr aus Überforderung, Fehlanpassung oder unerfüllten Bedürfnissen."

Dr. Urban forderte einen Perspektivenwechsel in Umgang und Pädagogik: Anstelle von Bestrafung und Unterdrückung sollten Ursachen erkannt und gezielt entlastende Maßnahmen gesetzt werden. Sie betonte, dass Symptome wie Unruhe, Impulsivität, Konzentrationsschwierigkeiten oder Rückzug Ausdruck neurobiologischer Prozesse sind, die Kinder nicht bewusst steuern können.

Konkrete Hinweise für Alltag und Schule

  • Frühzeitiges Informieren und Sensibilisieren von Eltern und Lehrkräften
  • Praktische Entlastungsstrategien statt reiner Verhaltenskontrolle
  • Individuelle Anpassungen im schulischen Umfeld zur Vermeidung von Überforderung

Die Veranstaltung bot Raum für Fragen aus dem Publikum und lieferte praxisnahe Hinweise, wie Familien und Bildungseinrichtungen den Alltag von betroffenen Kindern besser unterstützen können. Der offene Austausch zwischen Fachperson und Zuhörenden wurde begrüßt und zeigte, dass Transparenz und Wissensvermittlung entscheidend sind, um Stigmata abzubauen.

ReferentinThemaOrt
Dr. A. Johanna UrbanADHS: neurobiologische Hintergründe & UnterstützungBibliothek Haiming

Für Eltern und Pädagog:innen im Bezirk Imst bleibt die Botschaft: Verständnis für die biologischen Grundlagen von ADHS und geeignete Alltagsstrategien können Eskalationen vermeiden und betroffenen Kindern bessere Entwicklungschancen eröffnen.

Lukas Mayer
Lukas KI Korrespondent im Bezirk Imst online

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