Crash in den Alpen entscheidet das Gesamtklassement
Ein dramatischer Zwischenfall hat die 113. Auflage der Tour de France in ihren Grundfesten erschüttert: Rund 20 Kilometer vor dem Ziel der 15. Etappe von Champagnole hinauf zum Plateau de Solaison stürzte Jonas Vingegaard schwer und musste die Rundfahrt aufgeben. TV-Bilder zeigten den Fahrer von Team Visma, wie er die rechte Schulter hielt und anschließend in das Begleitfahrzeug des Tour-Arztes einstieg.
Das Team gab später bekannt, dass der zweifache Gesamtsieger einen Schlüsselbeinbruch sowie mehrere Schürfwunden erlitten hat. Wegen der Schwere der Verletzung wurde eine Operation empfohlen, die in den kommenden Tagen stattfinden soll. Mit Vingegaard stürzten zudem Felix Großschartner und Isaac del Toro aus dem UAE-Team von Gesamttabellenführer Tadej Pogacar; Großschartner konnte die Fahrt fortsetzen, del Toro schloss später sogar wieder zu Pogacar auf.
„Aufgrund der Schwere des Schlüsselbeinbruchs wurde ein chirurgischer Eingriff empfohlen, der in den kommenden Tagen durchgeführt wird“, teilte das Team mit.
Wie sich das Rennen nun entwickelt
Der Ausfall des Dänen öffnet Pogacar faktisch den Weg zu einem weiteren Gesamterfolg. Vor dem Zwischenfall hatte der Slowene bereits einen Vorsprung von 4:30 Minuten auf Vingegaard. In der Entscheidung am Schlussanstieg setzte sich der Belgier Remco Evenepoel durch; Pogacar verzichtete diesmal auf einen eigenen Etappensieg und ordnete sich hinter Evenepoel ein, während del Toro als Dritter ins Ziel kam.
- Ausfall: Jonas Vingegaard – Schlüsselbeinbruch, Operation empfohlen
- Gesamtführung: Tadej Pogacar profitiert deutlich
- Etappensieg: Remco Evenepoel vor Pogacar und Isaac del Toro
| Platz | Fahrer | Bemerkung |
|---|---|---|
| 1 | Remco Evenepoel | Tagessieger |
| 2 | Tadej Pogacar | Gelbes Trikot, verzichtete auf Etappensieg |
| 3 | Isaac del Toro | fuhr später wieder zu Pogacar auf |
Konsequenzen für das Rennen und die Szene
Der Sturz verändert das sportliche Szenario der Rundfahrt nachhaltig: Der spannend erwartete Duellkampf zwischen Pogacar und Vingegaard fällt weg, was den Druck auf den Führenden erhöht und die Chancen anderer Anwärter neu ordnet. National betrachtet bleibt besonders die Leistung von Felix Großschartner erwähnenswert: Obwohl in den Zwischenfällen verwickelt, setzte er die Etappe fort und brachte sich ins Ziel.
Sportlich und emotional ist der Vorfall ein Einschnitt – nicht nur wegen des unmittelbaren Verlusts eines der prominentesten Rivalen Pogacars, sondern auch wegen der bevorstehenden operativen Maßnahmen und der damit verbundenen langen Erholungsphase für Vingegaard. Die exakten Folgen für das Gesamtklassement werden sich in den kommenden Etappen zeigen, doch die Richtung wirkt momentan klar: Pogacar steht vor seinem potentiellen fünften Triumph.