Das vietnamesische Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus hat einen Plan zur Umsetzung der Richtlinie Nr. 24/CT-TTg vom 28. Mai 2026 veröffentlicht. Ziel ist es, ein geregeltes und sicheres Umfeld für touristische Aktivitäten zu schaffen und die Verantwortung staatlicher Stellen, Unternehmen und Einzelpersonen gegenüber öffentlicher Ordnung und nationaler Sicherheit zu stärken.
Einordnung und Ziele
Der Plan zielt darauf ab, Vietnam als ein freundliches, zivilisiertes und nachhaltiges Reiseziel zu positionieren. Dazu sollen Sensibilisierung und Kommunikation über Sicherheitsbelange verstärkt werden und solche Inhalte systematisch in Strategien, Entwicklungspläne und Projekte des Tourismussektors eingeflochten werden. Damit verbindet die Regierung Anliegen des Krisenmanagements mit wirtschaftlichen Interessen des Reisemarktes.
Geplante Maßnahmen
In dem Dokument werden mehrere Aufgaben genannt, die parallel angegangen werden sollen. Hervorgehoben werden unter anderem:
- intensivere Informationsarbeit und Bewusstseinsbildung für den Schutz der nationalen Sicherheit;
- Überprüfung und Vorschläge zur Änderung von Rechtsvorschriften, Standards und Managementverfahren für touristische Angebote;
- Evaluation von Bereichen wie Reisedienstleistungen, Unterkünften, touristischem Transport, touristischen Gebieten und Reiseleitern sowie neuen Tourismusformen;
- Förderung der digitalen Transformation, Aufbau von Datenbanken und Verbesserung des Informationsaustauschs zur Unterstützung staatlichen Managements.
Das Ministerium nennt einen Umsetzungszeitraum für die Überprüfung und Anpassung gesetzlicher Rahmenbedingungen in den Jahren 2026–2027 und darüber hinaus.
Konkretheit und Offenheit
Obwohl im Plan die Implementierung von sieben Kernaufgaben angekündigt wird, bleiben einzelne Maßnahmen in der veröffentlichten Zusammenfassung in ihrem genauen Umfang und ihrer konkreten Ausgestaltung noch vage. Klar ist jedoch, dass sowohl regulatorische Anpassungen als auch technische Modernisierung — etwa in Form zentralisierter Datenbestände — als Eckpfeiler genannt werden. Diese Schritte könnten das Verhältnis zwischen Staat, Tourismuswirtschaft und Reisenden nachhaltig verändern, weil sie Eingriffe in die Praxis der Anbieter ebenso wie in die Art der Überwachung und Steuerung von touristischen Räumen erlauben.
Folgen für die Praxis
Für Anbieter von Reisen, Beherbergungsbetriebe und andere Akteurinnen und Akteure im Sektor bedeuten die angekündigten Prüfungen und möglichen Rechtsänderungen potenziell spürbare Anpassungsanforderungen. Zugleich eröffnet die Betonung digitaler Werkzeuge die Chance auf effizientere Verwaltung und besseren Informationsfluss — vorausgesetzt, Umsetzung und Datenschutz werden sorgfältig austariert.
| Aspekt | Erwähnte Maßnahmen |
|---|---|
| Kernaufgaben | Sieben Aufgaben werden parallel umgesetzt, darunter Kommunikation, Rechtsüberprüfung, digitale Transformation |
| Zeithorizont | 2026–2027 und Folgejahre |
| Betroffene Bereiche | Reisedienstleistungen, Unterkünfte, Transport, touristische Gebiete, Reiseleiter, neue Tourismusformen |
Die Ankündigung steht exemplarisch für einen globalen Trend: Staaten balancieren zwischen ökonomischer Förderung des Tourismus und wachsenden Sicherheitsanforderungen. In Vietnam wird dieses Gleichgewicht nun mit einem formalisierten Plan und einem erklärten Fokus auf Regulierung und Technik gesucht.