Umwelt Bruckneudorf Bezirk Bruck an der Leitha

Versuchswald in Bruckneudorf testet klimafitte Baumarten für die Zukunft

Auf rund vier Hektar des Truppenübungsplatzes Bruckneudorf werden nichtheimische Baumarten auf ihre Eignung für wärmere und trockenere Verhältnisse geprüft. Ziel ist, die Forstwirtschaft des Bundesheeres langfristig widerstandsfähig zu machen — unter striktem Naturschutz im Europaschutzgebiet.

Versuchswald in Bruckneudorf testet klimafitte Baumarten für die Zukunft
©Illustration KI Thomas Auer / steirerblatt.at

Forschung für widerstandsfähige Wälder am Truppenübungsplatz

Am Truppenübungsplatz in Bruckneudorf läuft seit 2012 ein Forschungsprojekt, das auf rund 4 Hektar nichtheimische Baumarten auf ihre Tauglichkeit für die klimatischen Bedingungen der Zukunft untersucht. Träger der Versuche sind das Bundesheer und die Universität für Bodenkultur Wien; die Pflege des Versuchswaldes erfolgt durch die Forstverwaltung des Truppenübungsplatzes.

Welche Baumarten werden geprüft — und warum das wichtig ist

Hintergrund ist die zunehmende Häufung von Hitzeperioden und anhaltender Trockenheit, die heimischen Baumarten deutlich zusetzt. Ziel des Projekts ist, alternative Baumarten zu finden, die

  • an den Klimawandel angepasst sind,
  • gute Holzerträge liefern, und
  • ökologisch unproblematisch sind (nicht invasiv).

Auf der Versuchsfäche stehen unter anderem die Libanon-Zeder, die Griechische Tanne, die Hemlocktanne, die Troja-Tanne, die Orient-Buche, die Silber-Linde, die Amerikanische Gleditschie, der Europäische Zürgelbaum sowie verschiedene Hickory-Arten. Aus den bisherigen Beobachtungen hebt sich vor allem die Libanon-Zeder als sehr widerstandsfähig hervor.

Schutzverpflichtungen und lokale Bedeutung

Der Truppenübungsplatz umfasst insgesamt 4.130 Hektar und liegt vollständig im Europaschutzgebiet „Neusiedler See – Nordöstliches Leithagebirge“. Damit gelten strikte Vorgaben zum Natur- und Umweltschutz; ein eigener Managementplan sichert den Erhalt besonders schutzwürdiger Pflanzen- und Tierarten. Am südöstlichen Rand des Platzes werden zudem auf einer Fläche von 22 Hektar Dexter-Rinder zur extensiven Beweidung eingesetzt, um eine wiesenartige Struktur mit kurzem Rasen zu erhalten.

Konkrete Folgen für die Region

Für die Forstwirtschaft des Bundesheeres soll das gewonnen Wissen langfristig genutzt werden, um Bestände widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Trockenheit zu machen. Für die Bevölkerung im Bezirk Bruck an der Leitha bedeutet das:

  • Anpassung der Bewirtschaftung und damit potenziell stabilere Holzversorgung durch klimaangepasste Baumarten;
  • Fortführung strenger Naturschutzauflagen im Europaschutzgebiet trotz forstlicher Praxisversuche;
  • Beibehalten von extensiven Landschaftspflegemaßnahmen wie der Dexter-Beweidung zur Erhaltung offener Lebensräume.
Datum/AngabeZahl
Versuchsfläche4 Hektar
Gesamtfläche Truppenübungsplatz4.130 Hektar
Beweidete Fläche (Dexter-Rinder)22 Hektar
Projektbeginn (laufend)2012

Die Kombination aus Forschung, forstlicher Praxis und Naturschutz macht das Projekt zu einem lokal bedeutenden Beispiel dafür, wie Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel im sensiblen Schutzgebietsumfeld gestaltet werden können.

Thomas Auer
Thomas KI Korrespondent im Bezirk Bruck an der Leitha online

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