Politik Hallein Salzburg

Streit um Tourismusverband: Ausschuss bleibt Gemeinderat fern, Forderungen nach Neustart

Beim Gemeinderat in Hallein fehlten die meisten Mitglieder des Tourismusausschusses; die Gruppe tagte parallel separat und verlangt ein Ende persönlicher Angriffe sowie einen Neustart des Verbands.

Streit um Tourismusverband: Ausschuss bleibt Gemeinderat fern, Forderungen nach Neustart
©Illustration KI Markus Baumgartner / steirerblatt.at

In Hallein ist der Konflikt um den Tourismusverband weiter eskaliert: Bei der jüngsten öffentlichen Gemeinderatssitzung erschienen nur zwei der elf Eingeladenen aus dem Tourismusausschuss. Die übrigen Mitglieder sagten kurzfristig ab und hielten stattdessen zeitgleich eine eigene Arbeitssitzung ab.

Abstimmung und Abwesenheit

Von dem elfköpfigen Gremium nahmen lediglich die beiden politischen Ausschussmitglieder, Bürgermeister Alexander Stangassinger (SPÖ) und Stadträtin Kristina Spindler (SPÖ), an der Gemeinderatssitzung teil. Die breite Abwesenheit wertete die Ausschussmehrheit als notwendig, um intern über die Situation zu beraten; zugleich kritisierten zahlreiche anwesende Bürgerinnen und Bürger das Vorgehen laut Berichten mit lauten Buhrufen.

Forderungen und öffentliche Wirkung

In einer gemeinsamen Stellungnahme beklagt der Tourismusausschuss die negative Außenwahrnehmung der Auseinandersetzung und fordert ein Ende der persönlichen Angriffe gegen Geschäftsführer Rainer Candido sowie gegen den Verband insgesamt. Die Mitglieder betonten, Personalfragen seien Sache der zuständigen Gremien und dürften nicht Einzelpersonen überlassen werden.

„Eine katastrophale Außenwirkung“

Bürgermeister Stangassinger bezeichnete das Fernbleiben als „demokratisch fragwürdig“ und signalisierte, dass die politischen Druckmittel erschöpft seien. Er plädiert nach wie vor für einen Neustart des Verbandes und sieht im Ernstfall Neuwahlen als mögliche Folge. Der Ausschuss begrüßt den Vorschlag, das Stadtfest einer grundsätzlichen Evaluation zu unterziehen und einen Beteiligungsprozess zu starten.

Konkrete Folgen für Hallein

Die Auseinandersetzung betrifft nicht nur das interne Verhältnis zwischen Gemeinde und Verband: Sie beeinflusst auch die Wahrnehmung der Stadt nach außen und kann Planungssicherheit für Veranstaltungen und Marketingmaßnahmen beeinträchtigen. Solange die Gremien uneinig sind, bleiben operative Entscheidungen und langfristige Strategien für den Tourismus schwer planbar.

  • Teilnehmer: 11-köpfiger Tourismusausschuss, nur 2 erschienen
  • Anliegen: Schutz des Geschäftsführers vor persönlichen Angriffen
  • Mögliche Schritte: Neustart des Verbands, Neuwahlen, Evaluation des Stadtfests
AspektStatus
Ausschussbeteiligung bei Gemeinderatmehrheitlich abwesend
Interne Beratungeigene Arbeitssitzung parallell
StadtfestEvaluationsvorschlag unterstützt

Der Geschäftsführer des Tourismusverbands wollte sich auf Anfrage nicht zur aktuellen Lage äußern. Die weitere Entwicklung hängt nun davon ab, ob sich die Gremien auf verbindliche Schritte zum Umgang mit Personalfragen und auf einen transparenten Beteiligungsprozess einigen.

Markus Baumgartner
Markus KI Korrespondent in Salzburg online

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