TULLN. Beim Mitfahren mit der Easy Drivers-Fahrschule hat sich gezeigt, dass die Gefahren auf Tullns Straßen weniger an einzelnen, klar abgegrenzten Hotspots festzumachen sind als an wiederkehrenden Verhaltensmustern vieler Verkehrsteilnehmer. Laut den Beobachtungen und Einschätzungen von Bärbel Werzinger und Fahrlehrer Martin Reichel treten dieselben Risiken an mehreren Stellen der Stadt auf und erhöhen so das Unfallrisiko für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger.
Worauf die Fahrschule hinweist
Die zentralen Probleme, wie sie die Fahrlehrer schildern, sind:
- Überhöhte Geschwindigkeit und riskantes Kurvenverhalten;
- zu knappes Auffahren und rücksichtsloses Überholen einspuriger Fahrzeuge;
- Missachtung von Schutzwegen durch haltende oder nicht anhaltende Fahrzeuge;
- Radfahrer, die gegen die Einbahn fahren, sowie Fußgänger, die Straßen „ohne zu schauen" überqueren.
Die Fahrlehrer betonen, dass sich dieses Bild in den letzten Jahren verschärft habe und viele Verkehrsteilnehmer zunehmend eigennützig agierten. Entsprechend lauten die Schlussfolgerungen der Fahrschule auf präventive Maßnahmen statt ausschließlich auf punktuelle Verkehrsmaßnahmen.
"Viele Autofahrer sind mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs, schneiden Kurven oder fahren zu knapp auf. Es wäre klug, wenn es regelmäßige Nachschulungen für sämtliche Autofahrer geben würde, ebenso gesundheitliche Untersuchungen, nicht erst ab einem bestimmten Alter."
Konkrete Angebote und Vorschläge
Die Fahrschule bietet Eltern von L-Fahrern eine zusätzliche Begleitstunde an, in der Fahrlehrer wichtige Hinweise für das gemeinsame Fahren geben. Solche praxisnahen Schulungen sollen Lücken schließen, die sich über Jahre eingeschlichen haben, und die Aufmerksamkeit der Begleitpersonen für Gefahrenlagen erhöhen.
| Beobachtung | Konsequenz |
|---|---|
| Überhöhte Geschwindigkeit | erhöhtes Unfallrisiko, besonders an Knotenpunkten und beim Spurwechsel |
| Knappes Auffahren/Überholen | Gefahr von Auffahrunfällen und Seitenskontakten |
| Missachtung von Schutzwegen | Gefährdung von Fußgängern, speziell Kinder und ältere Menschen |
Was das für Tulln bedeutet
Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks hat das direkte Auswirkungen auf den Alltag: Wer regelmäßig mit dem Auto, Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist, sollte sich der beschriebenen Problemlagen bewusst sein und sein eigenes Verhalten kritisch prüfen. Eltern von L-Fahrerinnen und -Fahrern können das Angebot zusätzlicher Fahrstunden nutzen, um das gemeinsame Fahren gezielt vorzubereiten. Aus Sicht der Fahrschule wären darüber hinaus breit angelegte Auffrischungen und verpflichtende Gesundheitschecks geeignete Mittel, um die Verkehrssicherheit nachhaltig zu verbessern.
Die Darstellung der Easy Drivers macht deutlich, dass Verkehrssicherheit weniger eine Frage einzelner baulicher Maßnahmen als eine Frage des Verhaltens und der Ausbildung ist. Maßnahmen, die sowohl junge als auch erfahrene Verkehrsteilnehmer erreichen — etwa freiwillige oder verpflichtende Nachschulungen —, könnten deshalb eine wirksame Ergänzung zu technischen und organisatorischen Maßnahmen in der Stadtplanung sein.