Schließung wegen Finanzstreit trifft langjährige Nutzerinnen und Nutzer
Das Senioren-Tageszentrum in Seiersberg-Pirka wird seine Türen am 18. September 2026 schließen. Betreiber ist die Volkshilfe, die den Schritt mit einem ungeklärten Streit um die Finanzierung zwischen Gemeinde und Land begründet. Das Zentrum betreute seit rund 25 Jahren und bot Platz für etwa 45 Seniorinnen und Senioren.
Die Nachricht von der Schließung traf die Betroffenen offenbar überraschend: Die Information sei erst vor knapp zwei Wochen an die Nutzerinnen und Nutzer gelangt. Angehörige und Besucherinnen berichten von großem Unverständnis und Sorge über den Verlust sozialer Kontakte, die im Tageszentrum über Jahre entstanden sind.
„Wenn es im Laufe des Frühjahrs kommuniziert worden wäre, hätten wir uns früher um Alternativen umschauen können.“
Worum geht es beim Streit?
Nach den vorliegenden Informationen werden Tageszentren in der Regel aus drei Quellen finanziert: Beiträge der Tagesgäste, Mittel des Landes sowie Zahlungen der Gemeinden. In diesem Fall bekommt das Tageszentrum in Seiersberg-Pirka offenbar keine Zuschüsse aus dem gemeinsamen Landes- und Gemeindetopf. Die Gemeinde zahlt demnach sowohl in den allgemeinen Fond ein als auch zusätzlich für das eigene Tageszentrum – eine Konstellation, die zur aktuellen Auseinandersetzung geführt hat.
Die konkreten Verhandlungen zwischen Gemeinde und Land bzw. die strittigen Posten sind in der vorliegenden Mitteilung nicht weiter detailliert. Betreiber Volkshilfe kündigte an, bis Ende Juli eine neue Lösung für die Betroffenen finden zu wollen.
Praktische Folgen für Betroffene
- Rund 45 Plätze fallen ab Mitte September weg.
- Für viele Seniorinnen und Senioren sind die Tageszentren zentrale Treffpunkte und Unterstützung im Alltag; Angehörige berichten von spürbaren Verschlechterungen zuhause, wenn die Tagesstruktur wegfällt.
- Die Volkshilfe sucht bis Ende Juli nach Alternativen; betroffene Personen sollten sich baldmöglichst an den Betreiber wenden, um Übergangslösungen zu klären.
Wichtig für Nutzerinnen und Nutzer ist, frühzeitig Kontakt mit der Volkshilfe aufzunehmen, um Information über mögliche Ersatzplätze, Transportangebote oder andere Betreuungsformen zu erhalten. Ebenso sollten Gemeinden, die in den Topf einzahlen, und das Land ihre Kommunikation gegenüber Betroffenen verbessern, damit ähnliche Entscheidungen künftig früher erkennbar sind.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Bestehungsdauer | ca. 25 Jahre |
| Platzangebot | rund 45 Seniorinnen/Senioren |
| Schließungsdatum | 18. September 2026 |
Was jetzt zu tun ist
Für Betroffene und Angehörige gilt: Kontakt mit der Volkshilfe aufnehmen und nach den angekündigten Lösungen bis Ende Juli fragen. Außerdem kann es sinnvoll sein, alternative Tageszentren oder mobile Betreuungsangebote in der näheren Umgebung zu prüfen und sich bei der Gemeinde nach Unterstützungsangeboten zu erkundigen. Offen bleibt, ob und wie die Gemeinde und das Land die Finanzierung neu regeln werden.
Die Schließung wirft grundsätzliche Fragen zur Sicherung lokaler Betreuungsangebote auf: Wie können Versorgungslücken vermieden werden, wenn Finanzierungstopfsysteme unterschiedliche Anreize setzen? Das bleibt eine Aufgabe für Kommunalpolitik und Landesbehörden, da solche Entscheidungen direkte Auswirkungen auf das alltägliche Leben vieler älterer Menschen im Bezirk haben.