Am 28. September eröffnet der Verein „Allerlei‑Retterei – Retten mit Herz fürs Herz“ in den ehemaligen NKD‑Räumlichkeiten am Hauptplatz 16 in Völkermarkt. Die Geschäftsfläche umfasst rund 500 Quadratmeter und soll nach Angaben der Obfrau der Organisation wieder mehr Frequenz ins Stadtzentrum bringen. Gleichzeitig bleibt der Kernproblem des Zentrums sichtbar: Derzeit werden in Völkermarkt weiterhin elf Leerstände verzeichnet.
Ein Konzept zwischen Second‑Hand, Solidarität und geretteten Lebensmitteln
Der Verein, bislang in Bleiburg/Pliberk beheimatet, bietet in Völkermarkt gebrauchte Spendenartikel aus diversen Kategorien an. Das Sortiment umfasst Kleidung, Spielzeug, Haushaltskleingeräte, Geschirr und Bücher. Die Verteilung erfolgt nach dem solidarischen Prinzip der Wertschätzung: Kunden legen selbst fest, welchen Geldbetrag ihnen eine Ware wert ist.
„Der Kunde bestimmt, was ihm die Ware in Geld wert ist.“
Zusätzlich werden im neuen Laden sogenannte „gerettete Lebensmittel“ ausgegeben; diese stammen laut Vereinsangaben von mehreren Handelsketten und beinhalten etwa Produkte mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum oder Ware, die bei Sortimentsbereinigungen aussortiert wurde. Der Verein zählt rund 35 Mitglieder.
Öffnungszeiten, Angebot in Bleiburg und Bedeutung für das Zentrum
Die Völkermarkter Filiale soll von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 13 Uhr geöffnet sein. Einmal wöchentlich plant der Verein außerdem eine ganztägige Öffnung; der Wochentag dafür ist derzeit noch nicht festgelegt. Trotz des Standortwechsels bleibt die Lebensmittelausgabe in Bleiburg bestehen: Dort findet weiterhin donnerstags von 16 bis 18.30 Uhr in der Koschatstraße 16a die Ausgabe statt.
Auswirkungen auf Innenstadt und Vermietermarkt
Die Verlagerung des Vereins nach Völkermarkt wird vom Obfrau als Reaktion auf höhere Kundenfrequenz begründet: „Die Frequenz ist in der Bezirkshauptstadt einfach größer“, so die Vereinsleitung. Gleichzeitig äußerte die Geschäftsführerin des Wirtschaftsvereins Zukunft Völkermarkt den Wunsch, dass Hauseigentümer bei den Mietkonditionen flexibler werden und alternative Nutzungskonzepte erlauben, um Leerstände zu reduzieren.
Für Anrainer und Gewerbetreibende bedeutet die Neueröffnung mehrere konkrete Effekte:
- Mehr Besuchsfrequenz am Hauptplatz, vor allem vormittags, durch fixe Öffnungszeiten.
- Erweiterung sozialer Versorgungsangebote durch Abgabe geretteter Lebensmittel.
- Signalwirkung für Eigentümer und potenzielle Mieter, dass alternative Nutzungen Innenstadtlagen bespielen können.
Was bleibt offen
Trotz positiver Signale bleiben Fragen: Inwieweit können soziale Projekte wie die Allerlei‑Retterei langfristig zur Reduktion von Leerständen beitragen, wenn die Mietpreise nicht anpassungsfähig sind? Welche Auswirkungen hat die Umverteilung der Kundenfrequenz auf umliegende Betriebe? Und welcher Tag wird künftig die ganztägige Öffnung in Völkermarkt sein?
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Eröffnung | 28. September |
| Fläche | rund 500 m² |
| Mitglieder Verein | ca. 35 |
| Aktuelle Leerstände am Hauptplatz | 11 |
| Öffnungszeiten Völkermarkt | Mo–Fr 8–13 Uhr (ein Tag ganztägig, noch offen) |
| Bleiburg – Lebensmittelausgabe | Donnerstags 16–18.30 Uhr, Koschatstraße 16a |
Die Eröffnung des Second‑Hand‑Shops ist ein konkreter Beitrag zur Belebung der Innenstadt. Ob das Angebot ausreicht, um die Leerstände nachhaltig zu senken, hängt jedoch von weiteren Faktoren ab – insbesondere von der Bereitschaft der Immobilieneigentümer, Mietkonditionen und Nutzungsspielräume anzupassen. Für Konsumenten und Unterstützer bietet sich ab Ende September eine neue Anlaufstelle in der Bezirkshauptstadt.