PETZEN / BLEIBURG. Ein kleiner, aber bedeutsamer Schaugarten am Petzen-Gipfel stellt auf kompakter Fläche zahlreiche seltene und geschützte Alpenpflanzen vor und ist Ausdruck langjähriger ehrenamtlicher Arbeit der Kameradschaft der Kärntner Bergwacht-Einsatzstelle Bleiburg. Das sogenannte Alpinum wurde in den 1970er-Jahren angelegt und wird bis heute gepflegt und erweitert, um Besucherinnen und Besuchern die Vielfalt der Bergflora nahezubringen.
Historie und Betreuung
Die Kameradschaft, die sich 1973 gründete und in der Pistenrettung sowie im Naturschutz aktiv ist, errichtete den alpinen Schaugarten 1975 in der Nähe des Berggasthofs Siebenhütten auf etwa 1.700 Metern Seehöhe. Seit 1999 liegt die Verantwortung für das Alpinum bei Bergwächter Gottfried Marold; unterstützt wird er von Sigi Wornig und Alexander Themel. Die Mitglieder arbeiten ausschließlich ehrenamtlich – mit dem Ziel, Naturpflege, Rettungsdienst und Bildungsarbeit miteinander zu verbinden.
Welche Pflanzen sind zu sehen
Der Alpinum-Schaugarten sammelt auf engem Raum zahlreiche Arten, die für die Karawanken typisch sind, aber in freier Natur vielfach seltener geworden sind. Zu den exemplarisch genannten Arten zählen:
- Frauenschuh
- Trollblume
- Alpenmohn
- Türkenbundlilie
- Wulfenia (die sogenannte „Kärntner Blume“)
| Jahr / Angabe | Ereignis / Bedeutung |
|---|---|
| 1973 | Gründung der Kameradschaft der Kärntner Bergwacht-Einsatzstelle Bleiburg |
| 1975 | Anlage des alpinen Schaugartens |
| 1999 | Verantwortung für das Alpinum von Paul Figoutz an Gottfried Marold übergeben |
| vor 2 Jahren | Umsetzung / Neugestaltung des Alpinums (umfangreiche Arbeiten) |
Bedeutung für Schutz und Bildung
Die Bergwächter betonen, dass die Anlage nicht nur eine Sammlung seltener Arten ist, sondern vor allem einen Bildungsauftrag erfüllt: Sie wollen Besucherinnen und Besucher für die Besonderheiten und den Schutzwert der alpinen Pflanzenwelt sensibilisieren. Viele der gezeigten Arten sind in der Region nicht mehr so häufig wie früher; das Alpinum bietet daher einen Ort, an dem Menschen die Pflanzen kennenlernen können, ohne sie in der freien Natur zu gefährden.
Für Einheimische und Gäste in der Region bedeutet das: Informationen über Bestände und Schutzmaßnahmen werden lokal greifbar, und das Bewusstsein für richtige Verhaltensweisen beim Bergwandern – etwa Abstand zu empfindlichen Fundstellen halten und keine Pflanzen entnehmen – kann direkt vermittelt werden. Die Pflege des Gartens zeigt außerdem, wie viel Einsatz hinter dem Schutz dieser Biotope steht.
Praktische Hinweise
Besucherinnen und Besucher der Petzen finden am Standort vor dem Berggasthof Siebenhütten Informationen über die ausgestellten Pflanzen. Da die Betreuung ehrenamtlich erfolgt, sind konkrete Öffnungszeiten oder Führungen mit den Bergwächtern variabel; Interessierte können sich vor einem Besuch über lokale Informationsstellen oder die Berggasthöfe in der Region erkundigen, um aktuell geplante Führungen oder Pflegeeinsätze zu erfahren.
Das Alpinum ist ein Beispiel dafür, wie Ehrenamt, Naturschutz und Vermittlung zusammenwirken können, um die alpine Natur des Bezirks Völkermarkt für heutige und künftige Generationen zu bewahren.