Österreichische Szene reagiert mit Boykott
Mehrere prominente Vertreter der österreichischen EDM- und Technoszene haben öffentlich erklärt, künftig nicht mehr für die Veranstalter des Hamburger Habitat Festival aufzutreten. Anlass ist ein Auftritt der palästinensischen DJane Sama’ Abdulhadi, der innerhalb der Szene als Verherrlichung oder Verharmlosung von Terror angesehen wird. Die Kritik kommt ausdrücklich von heimischen Künstlern, die ihren Rückzug als Zeichen setzen wollen.
Wer hat Stellung bezogen — und warum das für die Region wichtig ist
Unter den bisher bekannten Protestierenden sind Namen aus der österreichischen Szene, die auch im Bezirk Mödling und Umgebung wahrgenommen werden: Dazu zählen DJ Ali Mohamed von der Formation Klimmstengel, der Produzent Dominik Wachta sowie Projekte, die mit Nick Wachta & Travellers assoziiert werden, der Kärntner Deejay und Produzent Ingo Webernig sowie die St. Pöltner Gruppe Velvet Vulture. Ihre Stellungnahmen betonen die Unvereinbarkeit von Terrorverherrlichung mit dem öffentlichen Auftritt von Künstlerinnen und Künstlern.
"Wie man an meinem Namen merkt bin ich selbst arabischer Abstammung, aber Terror egal gegen wen gerichtet, darf niemals eine Option sein."
Diese deutliche Wortwahl bringt zum Ausdruck, dass es den Beteiligten nicht um parteipolitische Stellungnahmen zur Nahostpolitik geht, sondern um eine klare Abgrenzung von Gewaltdarstellungen und -verherrlichung. Für Veranstalter, Agenturen und Clubbetreiber in Niederösterreich stellt sich nun die Frage, wie mit solchen Forderungen in der Praxis umgegangen wird.
Konkrete Auswirkungen und praktische Bedeutung
Für das lokale Kulturangebot können Boykottaufrufe weitreichende Folgen haben: Internationale Festivalkooperationen, gebuchte Acts und die Reputation von Veranstaltern stehen auf dem Spiel. Auch lokale DJs und Agenturen sind betroffen, wenn Booking-Entscheidungen künftig stärker an ethischen Kriterien gemessen werden. Die Entscheidung einzelner Künstler, Auftritte bei bestimmten Veranstaltern pauschal auszuschließen, könnte den Markt für Festivalauftritte in Europa verändern — schon kurzfristig durch Absagen, längerfristig durch veränderte Programmplanungen.
- Betroffene Künstler: DJ Ali Mohamed (Klimmstengel), Dominik Wachta, Nick Wachta & Travellers, Ingo Webernig, Velvet Vulture
- Hintergrund: Auftritt von Sama’ Abdulhadi beim Habitat Festival in Hamburg
- Forderung: Keine weiteren Bühnen für Personen, die Terror verharmlosen
Übersicht: Wer sagte was?
| Künstler / Gruppe | Zuordnung | Kern-Argument |
|---|---|---|
| DJ Ali Mohamed | Klimmstengel | Deutliche Ablehnung von Terrorverherrlichung |
| Dominik Wachta | Produzent | Kein Schweigen bei Verherrlichung von Gewalt |
| Nick Wachta & Travellers | Deejay-Projekt | Aufrufe zu Auftrittsverboten |
| Ingo Webernig | Deejay & Produzent | Bühnenverzicht bei Billigung von Gewalt |
| Velvet Vulture | EDM-Gruppe (St. Pölten) | Geschlossener Boykott |
Für Kulturschaffende und Veranstalter im Bezirk Mödling bedeutet das: Bei zukünftigen Booking-Entscheidungen werden neben künstlerischen Aspekten vermehrt auch ethische Erwägungen eine Rolle spielen. Agenturen sollten zum Schutz ihrer Programme klare Kommunikationslinien intern und nach außen ziehen, damit keine kurzfristigen Image-Schäden entstehen.
Die Diskussion bleibt dynamisch. Sollte es zu weiteren offiziellen Erklärungen von Veranstaltern oder zusätzlichen Unterstützern des Boykotts kommen, ist mit weiteren Konsequenzen für die Festival- und Clublandschaft zu rechnen — sowohl in Österreich als auch international.