In Salzburg hat ein technischer Defekt in der Atemluft-Versorgung der Berufsfeuerwehr zu erheblichen Auswirkungen auf die persönliche Schutzausrüstung geführt. Im Frühjahr gelangte nach Angaben der Stadt durch zwei technische Mängel – wovon einer als schwerwiegend eingestuft wird – Öl in das Atemluftfüll- und Speichersystem. Als Konsequenz wurden betroffene Geräteteile vorsorglich außer Betrieb genommen und die Gesundheitsüberprüfung der Einsatzkräfte eingeleitet.
Welche Geräte sind betroffen?
Die Stadt Salzburg nennt konkrete Zahlen: Insgesamt wurden sofort aus dem Verkehr gezogen 360 Atemluftflaschen, 172 Atemschutzgeräte und 386 Masken. Eine Reinigung der kontaminierten Teile ist nach Auskunft von Branddirektor Werner Kloiber technisch nicht möglich, weshalb ein kompletter Ersatz erforderlich ist.
| Betroffene Ausrüstung | Anzahl |
|---|---|
| Atemluftflaschen | 360 |
| Atemschutzgeräte | 172 |
| Atemmasken | 386 |
Gesundheitliche Folgen und Untersuchungen
Im Mittelpunkt stehen nun die betroffenen Einsatzkräfte: Für rund 200 Feuerwehrleute sind freiwillige Untersuchungen bei Lungenfachärzten vorgesehen. Diese Maßnahmen dienen dem Schutz der Betroffenen und sollen mögliche gesundheitliche Folgen einer Öl-Inhalation frühzeitig erkennen. Die Stadt hat betont, dass die Untersuchungen freiwillig sind, jedoch dringend empfohlen werden.
„Wir sind aktuell in Vorbereitung der Ausschreibung für die Neuanschaffung. Wir hoffen, dass wir schnell wieder auf eigene Atemschutzgeräte zurückgreifen können“,
so Branddirektor Werner Kloiber. Parallel dazu prüft die Stadt juristische Schritte: Es wurden Schadenersatzansprüche gegen die Fachfirma eingeleitet, die für Service und Errichtung der betroffenen Anlage zuständig war.
Einsatzbereitschaft und Kosten
Trotz des Ausfalls eigener Geräte bleibt die Einsatzbereitschaft in der Landeshauptstadt laut Stadt gewährleistet. Als Übergangslösung kommen Ersatzgeräte zum Einsatz; zudem halfen die Landesfeuerwehrverbände Salzburg und Kärnten, die Berufsfeuerwehr Linz sowie weitere Partner aus Oberösterreich unbürokratisch aus. Unterstützend ist auch das in Seekirchen stationierte Atemschutzfahrzeug Flachgau im Einsatz.
- Die Stadt Salzburg hat 880.000 Euro aus der Zahlungsmittelreserve freigegeben.
- Das Geld ist für die Anschaffung einer neuen Füllanlage sowie für den kompletten Neukauf der Atemschutz-Ausrüstung vorgesehen.
- Die Ausschreibung für die Neuanschaffung soll zeitnah veröffentlicht werden.
Für die Bevölkerung bedeutet das: Einsätze der Feuerwehr sind weiterhin sichergestellt, aber die betroffenen Einsatzkräfte müssen mit zusätzlichen medizinischen Untersuchungen und einer vorübergehenden Umstellung auf ausgeliehene bzw. ersatzweise bereitgestellte Ausrüstung rechnen. Die juristische Klärung gegenüber der verantwortlichen Servicefirma bleibt abzuwarten und kann Auswirkungen auf Kosten und Haftungsfragen haben.
Die Stadt und die Feuerwehr werden in den kommenden Wochen über den Fortschritt der Ausschreibung, den Zeitpunkt der Lieferung neuer Geräte und die Ergebnisse der Lungenuntersuchungen informieren. Bis dahin gilt die Maßgabe, dass Sicherheit und Gesundheit der Einsatzkräfte Vorrang haben.