Führung übergeben, Werte bleiben
Die Altpfadfinder-Gilde in Zwettl blickt in diesem Sommer auf ein bestehendes Engagement und eine gelebte Tradition, während an der Spitze ein personeller Wechsel stattgefunden hat. Nach zehn Jahren als Obmann gab Josef „Morsch“ Mayerhofer die Funktion an Dieter Fröhlich ab. Mayerhofer, der seit 63 Jahren Pfadfinder ist, begründete seinen Rücktritt mit dem Wunsch, sich neuen Dingen zuzuwenden.
Wurzeln und Erinnerung an Adi Kastner
Bei der Rückschau auf die Geschichte der Zwettler Pfadfinder darf das Wirken von Adi Kastner nicht fehlen: Kastner prägte die Bewegung in Zwettl und darüber hinaus. Seine Maxime, die Kindheit mit sinnlichen Erfahrungen zu gestalten, gehört zur lokalen Pfadfindertradition. Manche seiner Sätze sind zu geflügelten Worten im Umkreis geworden.
„Ein Waldviertler san drei Leut.“
Auch Kastners Leitsatz „Müde und dreckig müssen die Kinder am Abend sein“ fasst die damals wie heute vertretene Sicht auf erlebnisorientierte Kindererziehung zusammen.
Bedeutende Stationen und Zahlen
In der Geschichte der Zwettler Pfadfinder sticht das Jahr 1973 heraus: Damals erreichte die Gruppe mit 250 Mitgliedern einen bisherigen Höchststand. Ebenfalls auf Kastners Initiative geht der erste Zwettler Pfadfinder-Flohmarkt zurück, der mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln begann — zehn Heurigenbänke in der Einfahrt des Alten Rathauses — und sich zu einer größeren Veranstaltung entwickelte.
| Person | Rolle / Jahr |
|---|---|
| Josef „Morsch“ Mayerhofer | Obmann bis 2026, 63 Jahre Pfadfinder |
| Dieter Fröhlich | Neuer Obmann ab 2026 |
| Adi Kastner | Prägender Gründerpersönlichkeit, Höhepunkt 1973 (250 Mitglieder) |
Was das für Zwettl bedeutet
Für die lokale Gemeinschaft in Zwettl ist der Wechsel an der Spitze der Altpfadfinder-Gilde mehr als ein personeller Akt: Er steht symbolisch für den Generationswechsel in der Vereinsarbeit. Die Pfadfinderarbeit bleibt eine wichtige Plattform für außerschulische Bildung, Gemeinschaft und ehrenamtliches Engagement. Bewährte Traditionen wie Lagerleben, praktische Fertigkeiten und Veranstaltungen wie der Flohmarkt tragen dazu bei, Kinder und Jugendliche nachhaltig zu prägen.
- Kontinuität: Werte und Praxis der Pfadfinder sollen erhalten bleiben.
- Generationswechsel: Die Übergabe an Dieter Fröhlich markiert den personellen Übergang nach zehn Jahren Leitung.
- Lokale Erinnerung: Das Wirken von Adi Kastner bleibt prägend für das Selbstverständnis der Gruppe.
Für Interessierte an der Pfadfinderarbeit in Zwettl sind die Gilde und ihre Aktivitäten nach wie vor eine Anlaufstelle für ehrenamtliches Engagement und gemeinschaftliche Projekte. Die übergebenen Erfahrungen und die dokumentierten Höhepunkte aus der Vergangenheit bilden die Basis für die künftige Arbeit unter der neuen Obmannschaft.