Fortschritt beim Pucher-Areal: Planungsphase nähert sich möglichem Baubeginn
Die Stadt Mattersburg steuert auf einen neuen Schritt bei der Bebauung des sogenannten Pucher-Areals zu. Wie die Bürgermeisterin Claudia Schlager (SPÖ) gegenüber dem KURIER sagte, sind die Pläne der Eisenbahnerwohnbaugenossenschaft BWSG jüngst im Rathaus eingereicht worden; der Teilbebauungsplan sei bereits beschlossen. Bleiben bei den noch ausstehenden Verfahren keine zeitverzögernden Einwände, könnte nach der geplanten Bauverhandlung im Herbst der Spatenstich im Jahr 2027 erfolgen.
Das Vorhaben hat eine bewegte Vorgeschichte: Ursprünglich präsentierten 2019 Verantwortliche Pläne für das rund 12.000 m² große Grundstück zwischen Michael-Koch-Straße und Hirtengasse, die Bauabsichten schienen groß: Bankzentrale, Wohnungen und ein neues Rathaus waren damals im Gespräch. Nach dem Konkurs der Bank und einem Verkauf änderte sich die Lage; spätere Unklarheiten um Gewinne beim Weiterverkauf führten zu einer Sachverhaltsdarstellung des Landes, die an die WKStA ging. Das Ermittlungsverfahren wurde schließlich im Oktober 2025 eingestellt.
"Das Ermittlungsverfahren wurde im Oktober 2025 eingestellt, da kein strafbares Verhalten erweislich war."
Der aktuelle Plan sieht im Vergleich zu früheren Entwürfen eine zurückhaltendere Umsetzung vor. Konkret genannt sind:
- Wohnungen zur Schaffung von Wohnraum im Ortszentrum;
- Tiefgarage zur Entlastung der Innenstadt und Versorgung der neuen Bewohner;
- Sicherheitskomplex mit Räumlichkeiten für das Bezirkspolizeikommando und die PI (Polizeidienststelle).
Für die nächste Phase sind noch mehrere Gutachten ausständig: Nach Angaben der Stadt müssen noch Brandschutz- und wasserrechtliche Gutachten vorgelegt werden. Außerdem ist geplant, im Herbst eine Bauverhandlung durchzuführen, in der Anrainer, deren Häuser weniger als 15 Meter Abstand zu geplanten Fronten haben, Parteienstellung erhalten.
Die praktische Bedeutung für die Bewohner von Mattersburg ist vielschichtig: Eine Tiefgarage kann Parkdruck im innerstädtischen Bereich mindern, neue Wohnungen können Angebot und Mietmarkt beeinflussen, und die Belegung von Polizeiräumlichkeiten am Areal kann die Präsenz und Erreichbarkeit der Sicherheitsorgane im Bezirk stärken. Gleichzeitig bedeuten Gutachten und die Bauverhandlung realistische Zeitpuffer – selbst ohne inhaltliche Einwände kann die Umsetzung Jahre in Anspruch nehmen.
| Fakten | Angaben |
|---|---|
| Grundstücksfläche | 12.000 m² |
| Geplanter möglicher Spatenstich | 2027 (bei reiblosem Ablauf) |
| Beteiligter Projektträger | Eisenbahnerwohnbaugenossenschaft BWSG |
| Offene Prüfungspunkte | Brandschutz-, wasserrechtliche Gutachten, Bauverhandlung |
Für Anrainer und Interessierte bedeutet das laufende Prüfverfahren: aufmerksam verfolgen, welche Unterlagen im Rathaus einsehbar sind und ob bei der Bauverhandlung Einwände erhoben werden. Die Stadt hat klar gemacht, dass diese Schritte formal notwendig sind, bevor baurechtliche Entscheidungen endgültig umgesetzt werden können.
Obwohl die Pläne gegenüber früheren Vorstellungen abgespeckt wurden, bleibt das Projekt für Mattersburg von großer lokaler Bedeutung: Es betrifft zentrale Flächen in der Innenstadt, hat Auswirkungen auf Verkehrsführung, Parkraum und das Angebot an Wohnraum sowie auf die Sicherheitsinfrastruktur des Bezirks.