Das leerstehende Grundstück im Zentrum von Mattersburg ist erneut in Bewegung: Für das sogenannte Pucher-Areal wurden neue Planunterlagen eingereicht, wie Bürgermeisterin Claudia Schlager (SPÖ) mitteilte. Das Areal umfasst nach Angaben der Stadt 12.000 Quadratmeter und liegt seit rund sechs Jahren brach; derzeit finden archäologische Ausgrabungen statt.
Was ist geplant und was wurde geändert?
In früheren Entwürfen waren mehrere Nutzungen vorgesehen: Rathaus, Polizeistation, Wohnungen und Geschäftsflächen. Die aktuelle Einreichung sieht laut Bürgermeisterin nun vor, dass zumindest eine Wohneinheit mit Tiefgarage sowie eine Polizeistation errichtet werden sollen. Zugleich betont die Stadt, dass der überarbeitete Teilbebauungsplan für den künftigen Bauwerber deutlich engere Rahmenbedingungen setze.
Reaktionen aus der Bevölkerung
Nicht alle Anrainer sind damit zufrieden. Die von Bürgerinnen und Bürgern initiierte Gruppe „Lebenswertes Mattersburg“ kritisiert insbesondere die Dimension der Bauvorhaben und beklagt fehlende oder unzureichende Einbindung in die Planungen. Alexander Dworschak, Sprecher der Initiative, sagte dazu:
„Das ist unser Hauptproblem, dass es eben wenig Kommunikation gibt oder gar keine eigentlich. Also, wir haben es immer wieder probiert, haben immer wieder Versuche gestartet, da eingebunden zu werden oder mit der Stadt ins Gespräch zu kommen, und sind eigentlich immer abgewiesen worden.“
Zeithorizont und Bedeutung für den Bezirk
Laut Bürgermeisterin Schlager könnte frühestens im nächsten Jahr mit Bauarbeiten begonnen werden. Für die Mattersburgerinnen und Mattersburger hat die Entscheidung praktische Folgen: Die Nutzung des zentralen Areals beeinflusst Verkehrsströme, Parkraum, Polizeipräsenz im Ort sowie Wohnraumangebot und das Erscheinungsbild der Innenstadt.
- Fläche: 12.000 m²
- Lage: Stadtzentrum Mattersburg
- Derzeitiger Zustand: seit sechs Jahren brachliegend; archäologische Ausgrabungen laufen
- Geplante Nutzungen: Wohneinheit mit Tiefgarage, Polizeistation (laut Einreichung)
- Zeitrahmen: Baubeginn frühestens 2027 (Angabe der Bürgermeisterin)
Offene Fragen und der lokale Diskurs
Entscheidend bleibt, wie die Stadtverwaltung die Beteiligung der Bevölkerung konkret organisiert und wie restriktiv das angekündigte „sehr, sehr strenge Korsett" des Teilbebauungsplans umgesetzt wird. Die Forderungen der Initiative richten sich weniger gegen eine Bebauung an sich als gegen mangelnden Dialog und gegen das Gefühl, nicht ausreichend informiert oder einbezogen worden zu sein. Solche Konflikte sind in Gemeinden mit zentralen Entwicklungsflächen nicht ungewöhnlich: Transparente Prozessführung und nachvollziehbare Abwägungen zwischen Verdichtung, öffentlicher Infrastruktur und den Interessen von Anrainern sind oft Voraussetzung für eine breite Akzeptanz.
| Fakt | Angaben |
|---|---|
| Flächengröße | 12.000 m² |
| Brachdauer | rund 6 Jahre |
| Aktueller Stand | Neue Planunterlagen eingereicht; archäologische Ausgrabungen laufen |
| Vorgesehene Nutzungen | Wohneinheit mit Tiefgarage, Polizeistation |
| Möglicher Baubeginn | frühestens nächstes Jahr |
Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks bedeutet das: Bei Interesse an den Planunterlagen und an Informationsveranstaltungen lohnt es sich, die Veröffentlichungen der Stadt Mattersburg zu verfolgen und gegebenenfalls Anfragen an das Gemeindeamt zu richten. Konkrete Details zum Ausbau, zu Anzahl der Wohneinheiten, zur Gestaltung oder zu möglichen Kompensationsmaßnahmen nannte die Bürgermeisterin in der vorliegenden Mitteilung nicht; diese Fragen werden voraussichtlich im weiteren Verfahren und in den Detailplänen geklärt.
Die Diskussion um das Pucher-Areal bleibt damit offen: Es geht nicht allein um bauliche Nutzung, sondern um Transparenz, Mitbestimmung und die Abwägung öffentlicher und privater Interessen im Herzen von Mattersburg.