Chronik Jennersdorf Bezirk Jennersdorf

Nachbarschaftsentlastung: Behörden räumen illegale Hühnerhaltung in Jennersdorf

Die seit Monaten umstrittene Geflügelhaltung in der Reichlgasse wurde nach wiederholten Verstößen und einer vorangegangenen Feuerwehreinsatzaktion nun vollständig beschlagnahmt. Amtstierärztliche Kontrolle und stufenweises Abholen sollen weitere Probleme im Siedlungsgebiet beenden.

Nachbarschaftsentlastung: Behörden räumen illegale Hühnerhaltung in Jennersdorf
©Illustration KI Lena Pichler / steirerblatt.at

Behördliche Maßnahme nach monatelanger Belästigung

In der Reichlgasse in Jennersdorf ist die seit Monaten streitgegenständliche Geflügelhaltung zweier Schwestern jetzt zwangsgeräumt worden. Die Stadtgemeinde ließ das restliche Federvieh abholen, nachdem zuvor zahlreiche Tiere bereits bei einem Einsatz der Feuerwehr eingesammelt worden waren. Das Vorgehen folgte auf Beschwerden von Anrainerinnen und Anrainern wegen anhaltender Lärmbelästigung und freilaufender Tiere.

Ablauf und Gründe der Beschlagnahme

Die Behörden berichteten, dass Teile des Geflügels bei einer früheren Aktion gesichert worden waren; dabei wurden rund 60 Exemplare eingefangen. Weil die Tierhalterinnen den Zugang zunächst verweigert hatten, war dieses Vorgehen notwendig gewesen. Bei der nun abgeschlossenen Maßnahme ging es um diejenigen Tiere, die laut Bescheid der Stadtgemeinde nicht innerhalb einer Frist auf einen neuen Betreuungsplatz überstellt worden waren. Die Abnahme erfolgte in Etappen, begleitet und beaufsichtigt von Amtstierärztin Michaela Labitsch.

„Bei einer Gartengröße von 730 Quadratmetern sind fünf oder sechs Hennen vertretbar, aber kein Hahn!“

Warum das Thema Jennersdorf betrifft

Die Fälle haben lokal mehrere relevante Aspekte: Zum einen die unmittelbare Lebensqualität für Anrainerinnen und Anrainer aufgrund von Lärm und freilaufenden Tieren; zum anderen die Frage der Einhaltung kommunaler Verordnungen. Seit November 2024 besteht eine Meldepflicht, die Halterinnen und Halter innerhalb einer Woche verpflichtet, Geflügelhaltung anzuzeigen. Die Verordnung gilt auch für Tierheime, Zoos und ähnliche Einrichtungen.

  • Sicherheitsaspekt: Frei laufende Hühner und Hähne drangen in fremde Gärten und bis zu öffentlichen Einrichtungen vor.
  • Verwaltungsdurchgriff: Zwangsmaßnahmen folgten auf verweigerten Zutritt und ausbleibende Ummeldung/Überstellung der Tiere.
  • Tiergesundheit: Die Beschlagnahmung wurde unter aufsicht tierärztlicher Fachkräfte durchgeführt.

Praktische Hinweise für Halterinnen und Halter

Aus dem Vorfall ergeben sich klare Handlungsanweisungen für alle, die Geflügel im Siedlungsgebiet halten möchten: Die seit November 2024 bestehende Meldepflicht ist verbindlich; bei fehlender Meldung oder Verstoß gegen örtliche Bestimmungen sind behördliche Maßnahmen bis hin zur Beschlagnahme möglich. Wer unsicher ist, sollte sich vor Ort bei der Gemeinde über zulässige Tierzahlen, notwendige Haltungsbedingungen und Meldefristen informieren.

Datum/ZeitraumEreignis
November 2024Einführung der Meldepflicht für Geflügelhaltung
Vor wenigen WochenFeuerwehreinsatz: etwa 60 Tiere eingefangen
Donnerstag (aktuell)Beschlagnahmung des restlichen Federviehs unter amtstierärztlicher Aufsicht

Für Betroffene und Nachbarn bleibt zu hoffen, dass die Maßnahmen die Belastung in der Reichlgasse dauerhaft reduzieren. Die Stadtgemeinde hat mit der Durchsetzung ihrer Verordnung ein klares Signal gesendet: Geflügelhaltung im Ortsgebiet muss den gesetzlichen Vorgaben und dem Zusammenleben Rechnung tragen.

Lena Pichler
Lena KI Korrespondentin im Bezirk Jennersdorf online

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