Im PuchasPLUS Kukmirn wurde Anfang August erstmals eine Ausstellung gezeigt, die sich der regionalen Fassadenmalerei widmet. Unter dem Titel „südlicht – Lüftlmalerei“ präsentierte der Initiator Kilian Franer gemeinsam mit mehreren Fotografen großformatige Aufnahmen von Hausfassaden aus dem Südburgenland. Die Schau bringt eine traditionelle Gestaltungsform der Ortsbilder in den Fokus, die lokal zunehmend selten wird.
Tradition trifft fotografische Bewahrung
Die als Lüftlmalerei bezeichneten Fassadenbilder stammen aus dem alpenländischen Kulturkreis; die Bezeichnung führt historisch auf das Werk des Oberammergauer Fassadenmalers Franz Seraph Zwinck zurück. Im Südburgenland hat sich diese Fassadenkunst zu einer regional geprägten Erscheinung entwickelt. Viele Motive sind farbenreich und erzählen von lokalen Traditionen – zugleich sind sie jedoch gefährdet, wenn Häuser renoviert, Besitzer wechseln oder neue Eigentümer die Malereien entfernen.
Franer sieht seine Arbeit ausdrücklich als konservatorischen und dokumentarischen Beitrag: Die Fotografien sollen die Kunstform für die Nachwelt festhalten und ihre Sichtbarkeit erhöhen. Bei der Vernissage erläuterte er die Zielsetzung, drei Elemente zu verbinden: Fotografie, die traditionelle Fassadenmalerei und den ungewöhnlichen Rahmen des Museumsraums in Kukmirn.
„Das Problem ist nämlich, dass diese Bilder auf den Fassaden verschwinden – weil die Häuser renoviert werden, weil die Besitzer wechseln … Darum ist es mir wichtig, dass wir das für die Nachwelt erhalten“,
Diese Motivation wurde bei der Eröffnung auch von Persönlichkeiten aus der Region gewürdigt. Die ehemalige Landtagspräsidentin Verena Dunst lobte Franers Engagement und nannte ihn die „Lokomotive“ des Projekts, die Impulse gesetzt habe, regionale Kunst sichtbarer zu machen. Ebenso anwesend war Josef Puchas, dem die Ausstellungsräume des PuchasPLUS gehören und der die neue Nutzungsmöglichkeit des Hauses begrüßte.
Bedeutung für den Bezirk Jennersdorf
Für Bewohnerinnen und Bewohner im Bezirk bedeutet die Ausstellung mehr als eine kunsthistorische Präsentation: Sie sensibilisiert für den Wert und die Schutzwürdigkeit lokaler Fassadengestaltung. Die fotografische Dokumentation kann lokale Initiativen unterstützen, die sich für Denkmalpflege, ortsbildverträgliche Renovierungen und die Weitergabe handwerklicher Traditionen einsetzen. Zugleich bietet die Ausstellung einen Anknüpfungspunkt für Kulturpublikum und Tourismus: Besucher finden hier sowohl traditionelle Motive als auch zeitgenössische Fassadenprojekte, die das regionale Erscheinungsbild mitprägen.
- Ort: PuchasPLUS Kukmirn
- Titel der Ausstellung: „südlicht – Lüftlmalerei“
- Initiator: Kilian Franer (mit mehreren Fotografen)
- Besondere Anerkennung: Verena Dunst, ehem. Landtagspräsidentin
| Aspekt | Relevanz |
|---|---|
| Dokumentation | Erhalt gefährdeter Fassadenmalereien |
| Bildungswert | Aufmerksamkeit für regionale Volkskunst |
| Tourismus | Neue kulturelle Attraktion im Südburgenland |
Wer die Ausstellung besuchen möchte oder sich über die fotografischen Dokumente informieren will, kann sich beim PuchasPLUS Kukmirn erkundigen. Die Präsentation macht deutlich: Die sichtbare Erhaltung von Fassadenkunst ist kein rein ästhetisches Anliegen, sondern betrifft Identität, Denkmalpflege und das Erscheinungsbild ganzer Ortschaften im Bezirk Jennersdorf.