Neuer Kurs am Spielort: Musical statt Operette
In Langenlois hat die Premiere des Musicals „Hello, Dolly!“ auf Schloss Haindorf das Publikum überzeugt und zugleich einen markanten Schritt im Programm des Hauses markiert. Unter der Leitung von Intendant Christoph Wagner-Trenkwitz brachte das Ensemble einen Klassiker der amerikanischen Musicalliteratur erstmals an den traditionsreichen Spielort.
„Nostalgie pur, aber gut aufgefrischt“
Diese Beurteilung fasst die Beobachtung zusammen, dass die Produktion an die Operetten-Tradition des Hauses anknüpft, sich dabei aber bewusst nicht in verstaubter Konvention verliert. Der musikalische Stoff beruht historisch auf einer langen Rezeptionslinie: Ausgehend von John Oxenfords Verwechslungskomödie A Day Well Spent (1834) über Nestroy (1842) und Thornton Wilders Bearbeitungen (1938, 1954) führte der Weg bis zum Musical von Jerry Herman und Michael Stewart aus dem Jahr 1964. Diese historische Einordnung betont den klassischen Ursprung des gezeigten Repertoires.
Inszenierung, Bühne, Darsteller
Regisseur und Choreograph Florian Hurler setzte auf eine quirlige, tanzbetonte Inszenierung. Die Bühne, gestaltet von Hanni Görg und Anna-Maria Grillmaier, präsentierte klar erkennbare Spielorte in einem zurückhaltenden Bühnenbild; die Kostüme von Anna-Sophie Lienbacher wurden als farbenfroh und zeitgemäß beschrieben. Während der erste Akt nach Beobachtungen leicht verhalten begann, nahm das Ensemble im zweiten Akt merklich Fahrt auf.
Als zentrale Figuren traten hervor:
- Cornelia Horak in der Rolle der Dolly – als präsent und routiniert geschildert;
- Christoph Wagner-Trenkwitz in einer Doppelfunktion als Intendant und Darsteller (im Vorspann genannt);
- ein Ensemble, das besonders im zweiten Akt Spielfreude zeigte.
Bedeutung für Langenlois
Die Entscheidung, erstmals ein Musical zu präsentieren, ist für das kulturelle Profil von Langenlois bedeutsam: Sie zeigt die Bereitschaft, das Repertoire des Hauses zu öffnen und zugleich die bestehende Operettentradition zu bewahren. Für Besucherinnen und Besucher aus der Region bedeutet dies ein erweitertes Angebot live erfahrbarer Bühnenkunst vor Ort, das sowohl klassische Musicalfans als auch Anhängerinnen und Anhänger lokaler Spielstätten ansprechen dürfte.
| Element | Verantwortliche / Akteure |
|---|---|
| Intendant / Mitwirkender | Christoph Wagner-Trenkwitz |
| Regie / Choreographie | Florian Hurler |
| Bühne | Hanni Görg, Anna-Maria Grillmaier |
| Kostüme | Anna-Sophie Lienbacher |
| Hauptdarstellerin (Dolly) | Cornelia Horak |
Die Aufführung ist ein Indikator dafür, dass Schloss Haindorf seine Rolle als kultureller Treffpunkt in Langenlois weiterentwickeln will. Für das Publikum bleibt zu erwarten, dass künftige Spielzeiten weiterhin auf ein ausgewogenes Verhältnis von Bewahrung und Neuorientierung setzen.