Bund trägt Anteile an Kosten – Start der Ausschreibung möglich
Die traditionsreiche Murtalbahn steht vor einer tiefgreifenden Modernisierung: Der Bund erhöht das Investitionsprogramm für Privatbahnen und übernimmt künftig einen Anteil an den Kosten für die Elektrifizierung. Damit wird der Weg frei für die Beschaffung neuer Schmalspur-Elektrozüge, die Erneuerung der Strecke und der Werkstätten sowie für Maßnahmen zur Beschleunigung des Zugbetriebs.
Nach Angaben aus der Bundesebene sieht das Doppelbudget 2027/2028 künftig jährlich 114 Millionen Euro für Investitionen in Privatbahnen vor. Für die Murtalbahn bedeutet das, dass der Bund rund 30 Prozent der Kosten für die neuen Züge übernehmen will — ein Schritt, der nach jahrelangen Beratungen die Voraussetzungen für den Start der Ausschreibung schafft.
Konkrete Auswirkungen für Fahrzeiten und Pendler
Die Modernisierung ist nicht nur eine Investition in Fahrzeugflotten, sondern zielt direkt auf bessere Mobilität im oberen Murtal. Geplant ist eine deutliche Reduzierung der Reisezeit zwischen Unzmarkt und Murau: Statt der aktuell angegebenen 36 Minuten soll die Verbindung auf rund 24 Minuten verkürzt werden. Diese Zeitersparnis kommt besonders Pendlern, Schülern und Berufspendlern zugute und kann den Schienenverkehr gegenüber dem motorisierten Individualverkehr attraktiver machen.
- Fahrzeit jetzt: 36 Minuten (Unzmarkt–Murau)
- Fahrzeit geplant: 24 Minuten
- Bundesförderung: 30% der Kosten für neue Elektrozüge
- Jährliches Investitionsvolumen: 114 Mio. Euro (Bund, ab 2027/2028)
Erhalt der touristischen Dampfbahn und regionale Bedeutung
Trotz umfassender Modernisierung soll der besondere Charakter der Murtalbahn erhalten bleiben: Die bekannte Dampfbahn wird weiterhin in den Sommermonaten als touristische Attraktion betrieben. Das erklärte auch die Landespolitik, die das Projekt als bedeutenden Schritt für die Region bezeichnet.
„Mit dieser Zusage schaffen wir die Voraussetzung für ein Projekt, das für den gesamten Bezirk Murau von großer Bedeutung ist.“
Wortmeldungen aus der Landesregierung betonen die doppelte Zielsetzung: einerseits einen verlässlichen, zeitgemäßen ÖPNV für den Alltag, andererseits den Erhalt eines Kulturguts mit touristischem Wert. Für Bewohnerinnen und Bewohner im Bezirk bedeutet das konkrete Verbesserungen im täglichen Mobilitätsangebot, aber auch Chancen für die regionale Wirtschaft durch stärkeren Zubringer-Tourismus.
Was nun zu erwarten ist – Ablauf und offene Fragen
Mit der Finanzierungszusage ist der nächste administrative Schritt die Ausschreibung der neuen Schmalspurzüge sowie konkrete Planungen zur Elektroinfrastruktur entlang der Strecke. Wichtige Fragen, die nun geklärt werden müssen, betreffen Zeitpläne für Bau- und Modernisierungsarbeiten, mögliche Streckensperren während der Bauphase, Übergangslösungen für den Bahnbetrieb und die Finanzierung der verbleibenden Kostenanteile.
Für Pendlerinnen und Pendler sind folgende Punkte relevant:
- Informationen zu temporären Fahrplanänderungen oder Ersatzverkehren während Modernisierungsarbeiten;
- Kostentragung und Zeitplan für den Fahrzeugtausch sowie Auswirkungen auf Tickets und Tarifstruktur;
- Details zum Erhalt und Einsatz der Dampfbahn in der Touristensaison.
Kurzer Überblick in Tabellenform
| Aspekt | Ist | Plan |
|---|---|---|
| Fahrzeit Unzmarkt–Murau | 36 Minuten | 24 Minuten |
| Förderung durch Bund | bislang begrenzte Mittel | 30% der Kosten für neue Elektrozüge |
| Investitionsrahmen (Bund) | – | 114 Mio. Euro/Jahr (ab 2027/2028 für Privatbahnen) |
Die angekündigte Unterstützung und die geplanten Maßnahmen markieren einen wichtigen Schnittpunkt zwischen regionaler Mobilitätspolitik und Tourismusentwicklung. Entscheidend für den Verlauf des Projekts werden nun die Ausschreibungen, verbindliche Zeitpläne und eine transparente Kommunikation gegenüber den Fahrgästen sein. Bleiben diese Schritte konstruktiv begleitet, kann die Elektrifizierung die Murtalbahn in eine moderne und zugleich traditionsbewusste Zukunft führen.