Havarie-Beseitigung läuft in Linzer Schiffswerft
Gut eine Woche nach dem Frontalaufprall des Flusskreuzfahrtschiffs MS Anna Katharina in der Schleuse Freudenau in Wien befindet sich das Schiff zur fachgerechten Instandsetzung in der Schiffswerft Linz. Dort sind bereits erste Reparaturarbeiten angelaufen: Die massiv beschädigte Bugsektion wurde entfernt und wird in den kommenden Wochen ersetzt.
Beim Zusammenstoß am 24. Juli war die vordere Schiffssektion stark verformt worden; zu diesem Zeitpunkt befanden sich laut vorliegenden Angaben rund 200 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord. 14 Personen erlitten leichte Verletzungen, sechs davon wurden vorsorglich in Spitäler gebracht. Trotz der Wucht des Aufpralls blieb der Rumpf offenbar dicht; die Ursache des Unfalls ist weiterhin offen.
Finanzielle und zeitliche Folgen
Die Reparaturkosten werden nach Einschätzung von Experten auf rund 3 bis 5 Millionen Euro geschätzt. Grundlage dafür sind die erforderlichen Arbeiten: Neubau der Bugsektion, Überprüfung und gegebenenfalls Austausch tragender Stahlstrukturen, Leitungen und technischer Anlagen sowie Kontrolle beziehungsweise Erneuerung des Bugstrahlruders. Sollte die weitere Vermessung ergeben, dass der Schiffskörper nicht stärker verformt ist, geht die Werft davon aus, die Arbeiten in einem Zeitraum von etwa acht bis zwölf Wochen abschließen zu können.
- Ort: Linzer Schiffswerft
- Schiffslänge: 135 Meter (Angabe vorhandener Daten)
- Schadensbild: schwer deformierter Bug, Bugsektion bereits entfernt
- Geschätzte Reparaturkosten: 3–5 Millionen Euro
- Voraussichtliche Reparaturdauer: 8–12 Wochen (bei unauffälliger Rumpfverformung)
Die MS Anna Katharina wurde 2019 gebaut und zählt zu den moderneren Donau-Kreuzfahrtschiffen. Vor dem Unfall hätte das Schiff bereits zwei Tage später wieder zu einer siebentägigen Kreuzfahrt ab Passau auslaufen sollen; die Route führte unter anderem über Melk, Wien, Budapest, Bratislava, Weißenkirchen und wieder nach Linz. Weiter geplante Fahrten waren für August bis Mitte November vorgesehen. Auf Basis des bisher sichtbaren Schadensbildes wird derzeit davon ausgegangen, dass das Schiff frühestens Ende September oder Anfang Oktober wieder einsatzbereit sein könnte.
Konsequenzen für Linz und die Werft
Für die Stadt Linz und die regionale Werftwirtschaft bringt der Auftrag kurzfristig zusätzliche Auslastung der lokalen Werftkapazitäten sowie Folgeaufträge für Zulieferer und Handwerksbetriebe. Gleichzeitig wirkt sich die Ausserbetriebnahme eines als regelmäßiger Donau-Gast in Linz bekannten Kreuzfahrtschiffs auf die Tourismusplanung aus: Passagen, die Linz als Hafen ansteuern, fallen aus oder werden umdisponiert. Wie viele der geplanten Reisen letztlich verschoben oder abgesagt werden, hängt vom genauen Fertigstellungszeitpunkt ab.
Die genaue Unfallursache bleibt Gegenstand laufender Abklärungen; bis dahin dienen die Instandsetzungsarbeiten in Linz dem primären Ziel, das Schiff technisch wieder sicher fahrbereit zu machen.
| Fakten | Angaben |
|---|---|
| Passagiere/Besatzung an Bord | ~200 |
| Verletzte | 14 leicht verletzt, 6 hospitalisiert |
| Schätzung Reparaturkosten | 3–5 Mio. € |
| Geschätzte Reparaturdauer | 8–12 Wochen (bei unauffälliger Rumpfverformung) |
Für Anrainerinnen und Anrainer sowie Unternehmen in Linz bedeutet die Situation konkret: Aufträge und Beschäftigung in der Werft und Zulieferkette können erhöht werden; zugleich bleibt die touristische Verkehrsplanung an der Donau in den nächsten Wochen anfällig für Änderungen, bis die Einsatzfähigkeit der MS Anna Katharina wiederhergestellt ist.