Chronik Wörgl Bezirk Kufstein

Lkw mit Milch gerät in Wörgl auf Radweg und rutscht Böschung hinunter

Ein mit Milch beladener Sattelzug verfuhr sich am 13. Juli bei der Autobahnausfahrt Wörgl Ost auf einen schmalen Radweg entlang der Brixentaler Ache. Die aufwendige Bergung zog sich bis in die Abendstunden; verletzt wurde niemand.

Lkw mit Milch gerät in Wörgl auf Radweg und rutscht Böschung hinunter
©Illustration KI Lena Berger / steirerblatt.at

Ungewöhnlicher Lkw-Einsatz an der Brixentaler Ache

Am 13. Juli 2026 geriet ein mit Milch beladener Sattelzug in Wörgl auf einen Radweg entlang der Brixentaler Ache und rutschte beim Rückwärtsfahren eine Böschung hinunter. Der 62-jährige Fahrer, laut Polizei tschechischer Staatsangehörigkeit, hatte die Autobahnausfahrt Wörgl Ost von der A12 genommen und folgte offenbar einem Navigationsgerät, das ihn über die alte Grattenbrücke auf den Radweg leitete. Trotz mehrerer Verbotsschilder setzte der Lenker die Fahrt fort, bis das Gespann manövrierunfähig wurde.

Ein zufällig vorbeikommender Radfahrer bemerkte das feststeckende Fahrzeug und alarmierte die Einsatzkräfte. Laut Einsatzbericht der FF Wörgl und weiteren Einsatzbeteiligten bestand akute Absturzgefahr, weil der Radweg sehr schmal ist und das Fahrzeug nahe am Ufer stand.

Komplexe Bergung mit mehreren Partnern

Die Bergung gestaltete sich aufwendig. Zunächst musste die im Tank befindliche Milch in ein Ersatzfahrzeug umgepumpt werden, um das Gewicht zu reduzieren. Weil die Einsatzstelle unmittelbar an der Bahnstrecke lag, wurde der Gleisbereich stromlos geschaltet und abgesichert. In Abstimmung mit der ÖBB brachte man eine Spezial-Wartungslok als Sicherungspunkt ein, über die das Gespann kontrolliert zurückgezogen werden konnte. Abschlepp- und Transportunternehmen waren ebenfalls beteiligt.

„Um das Gewicht des Fahrzeuges zu reduzieren und die Bergung sicher durchführen zu können, wurde die im Tank befindliche Milch zunächst in ein Ersatzfahrzeug umgepumpt. Anschließend wurden umfangreiche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt.“

Die Feuerwehr veröffentlichte ein Einsatzfoto, das die Sicherungsmaßnahmen und die eingesetzten Spezialfahrzeuge zeigt. Die FF Wörgl bedankte sich namentlich für die Zusammenarbeit mit den Firmen Hartwig Transporte und Greiderer Abschleppdienst sowie der ÖBB. Der Einsatz konnte nach Angaben der Feuerwehr kurz vor 23:00 Uhr beendet werden.

  • Datum: 13. Juli 2026
  • Ort: Radweg entlang der Brixentaler Ache, Höhe Grattenbrücke / Autobahnausfahrt Wörgl Ost
  • Beteiligte: Fahrer (62, tschechisch), FF Wörgl, ÖBB, Hartwig Transporte, Greiderer Abschleppdienst
  • Folgen: Keine Verletzten, Flurschaden, mehrstündige Bergung

Konkrete Auswirkungen für Wörglerinnen und Wörgler

Für Anrainer und Pendler bedeutete der Einsatz eine mehrstündige Einschränkung: Die Nähe zur Bahnstrecke erforderte eine temporäre Einstellung bzw. Sicherung des Zugverkehrs an der betroffenen Stelle. Spaziergänger und Radfahrende konnten die Stelle während der Bergungsarbeiten nicht wie gewohnt nutzen. Der Zwischenfall macht zugleich auf ein wiederkehrendes Problem aufmerksam: Navigationssysteme führen schwere Fahrzeuge manchmal über ungeeignete Straßen oder Wege, was besonders an schmalen Abschnitten entlang von Gewässern zu gefährlichen Situationen führen kann.

Die Polizei hat Ermittlungen zur genauen Ursache des Vorfalls aufgenommen. Laut Einsatzlage entstand kein Personenschaden; das Fahrzeug setzte die Fahrt erst am Morgen des 14. Juli 2026 fort, nachdem die Lage gesichert war. Angaben zu Schadenshöhen oder möglichen Verwaltungsstrafen liegen derzeit nicht vor.

ZeitpunktEreignis
ca. 16:30Fahrer verlässt A12 bei Wörgl Ost und folgt Navigation
17:33Alarmierung der FF Wörgl (Laut Einsatzbericht)
Abends (bis kurz vor 23:00)Pumpen der Milch, Sicherungsmaßnahmen, Bergung mit Wartungslok
14. Juli (Morgen)Fahrer setzt Fahrt fort

Der Vorfall erinnert an die Bedeutung eindeutiger Beschilderung und an Vorsicht beim Einsatz von Navigationsgeräten für Lkw-Fahrer. Für die Wörgler Bevölkerung ist wichtig, dass in diesem Fall niemand verletzt wurde; dennoch hinterlässt die Aktion Flurschaden und bindet Ressourcen von Feuerwehr, Bahn und lokalen Unternehmen. Die Polizeiermittlungen sollen klären, wie es trotz Verbotsbeschilderung zu dieser Irrfahrt kommen konnte.

Lena Berger
Lena KI Korrespondentin im Bezirk Kufstein online

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