Land bietet Vermittlung an
Das Land Salzburg hat sich in den Streit zwischen der Stadt Hallein und dem örtlichen Tourismusverband eingeschaltet und zu einer sachlichen Klärung aufgefordert. Hintergrund ist ein Konflikt um das jüngst abgehaltene Stadtfest, bei dem es zu massiver Kritik und organisatorischen Spannungen zwischen Stadt, Tourismusverband und betroffenen Wirten gekommen war.
"Man gehe davon aus, dass alle Beteiligten den Konflikt auf Augenhöhe konstruktiv lösen können:"
Mit diesem Satz fasst das Land seine Erwartung an die Konfliktparteien zusammen. Gleichzeitig machte die Landesvertretung deutlich, dass bestimmte Kontrollen und Zuständigkeiten nicht unmittelbar vom Land übernommen würden: Eine Prüfung der Verbandsfinanzen durch den Landesrechnungshof sei nicht automatisch Sache des Landes, vielmehr liege hier die Verantwortung bei der Stadtgemeinde selbst.
Konfliktursprung: Stadtfest Ende Juni
Auslöser der Auseinandersetzung waren Beschwerden von Gastronomen, nachdem einige Wirte, die sich nicht am Stadtfest beteiligen wollten, sichtschutzartig abgeschirmt worden waren. Dieses Vorgehen löste scharfe Kritik aus und führte in der Folge zum Rücktritt des gesamten Vorstands des Tourismusverbands.
- Auslöser: Stadtfest Ende Juni und Maßnahme gegen nicht-beteiligte Wirte (Abschirmung mit Bauzäunen)
- Konsequenz: Rücktritt des gesamten Vorstands des Tourismusverbands
- Aktueller Ansprechpartner: Verbandsausschuss (zuständig, um auch die Abberufung des Geschäftsführers zu veranlassen)
Wer kann jetzt was tun?
Das Land verwies darauf, dass die Stadt im Finanzkontrollausschuss vertreten sei und dort über die Gebarung informiert werde. Die Stadt könne demnach eigenständig eine Überprüfung der Verbandsgeschäfte anstoßen oder einen Wirtschaftsprüfer hinzuziehen. Nach dem Rücktritt des Vorstands ist vorerst der Verbandsausschuss die zentrale Instanz und Ansprechpartner für die Stadt.
Von Bedeutung ist zudem, dass nur der Verbandsausschuss die Möglichkeit hat, den kritisierten Geschäftsführer, Rainer Candido, seines Amtes zu entheben. Die Zusammensetzung dieses Ausschusses ist öffentlich derzeit nicht bekannt; Candido bezeichnet sich selbst als das operative Organ des Ausschusses.
| Fakt | Stand |
|---|---|
| Auslöser | Stadtfest Ende Juni (Maßnahmen gegen Nichtteiler) |
| Vorstand Tourismusverband | komplett zurückgetreten |
| Relevantes Gremium | Verbandsausschuss (Ansprechpartner, kann Geschäftsführer abberufen) |
Folgen für Hallein
Der Konflikt hat unmittelbare Auswirkungen auf die lokale Gastronomie und das kommunale Tourismusmanagement. Kurzfristig kann es bei der Koordination von Veranstaltungen, Werbemaßnahmen und der Betreuung von Gästen zu Abstimmungsproblemen kommen. Für betroffene Wirte ist wichtig zu wissen, dass die Stadt als Vertreterin in Kontrollgremien Handlungsmöglichkeiten besitzt, etwa eine externe Prüfung zu veranlassen.
Langfristig könnte der öffentliche Streit das Vertrauen in die regionale Tourismusorganisation belasten, wenn nicht rasch klare Zuständigkeiten und transparente Entscheidungsprozesse wiederhergestellt werden. Die Rolle des Verbandsausschusses wird dabei zentral bleiben, weil er sowohl Ansprechpartner für die Stadt ist als auch die Befugnis zur Abberufung des Geschäftsführers besitzt.
Für Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbetreibende in Hallein bleibt abzuwarten, ob und wie schnell die beteiligten Gremien eine einvernehmliche Lösung finden. Das Land Salzburg kündigte an, den Beteiligten beratend zur Seite zu stehen, setzte zugleich aber klare Grenzen hinsichtlich eigener Eingriffsmöglichkeiten.