Die jüngste Beschlusslage in Wien zur Ausgestaltung der neuen Zustellförderung sorgt auch im Bezirk Eisenstadt-Umgebung für Unmut. Betroffene Regionalmedien, die kostenfrei an Haushalte verteilt werden, sind von der Förderung ausgeschlossen, während laut vorliegenden Informationen Kaufzeitungen mit 22,5 Millionen Euro bedacht werden. Diese Ungleichbehandlung ruft lokale Politiker und Vertreter der Berichterstattung vor Ort auf den Plan.
Lokale Bedeutung kostenloser Medien
In Stellungnahmen aus dem Bezirk wird hervorgehoben, dass kostenlose Wochenblätter und Online-Regionalseiten einen festen Platz in der lokalen Informationslandschaft einnehmen. Sie setzen auf regelmäßige Präsenz in Gemeinden, berichten über Kulturveranstaltungen, Vereinsleben, Stadtratsentscheidungen und halten auch kleine Ortschaften informiert. Ohne diese Form der Berichterstattung, argumentieren Betroffene, drohe eine Lücke in der lokalen Informationsversorgung.
Argumente der Kritiker
Als besonders problematisch wird angeführt, dass die Förderung allein am Vertriebsmodell – Kauf versus Gratisverteilung – ausgerichtet ist. Als wichtiges Gegenargument wird genannt, dass Zustellkosten im ländlichen Raum höher ausfallen und die klassischen Kriterien der journalistischen Qualität bei der Förderzuteilung stärker berücksichtigt werden sollten.
„Regionale Gratiszeitungen sind für die Information vieler Gemeinden von großer Bedeutung. … Da die Zustellkosten besonders im ländlichen Raum hoch sind, ist eine Förderung allein nach dem Vertriebsmodell nicht nachvollziehbar. Maßgeblich sollten journalistische Qualitätskriterien ... sein. Ein Ausschluss von Gratismedien aus der Zustellförderung ist daher nicht gerechtfertigt.“
Dieses Zitat stammt von Thomas Schmid (SPÖ), Bürgermeister von Oggaus und Mitglied des Bundesrates, der die Positionen aus dem Bezirk ausdrücklich vertritt.
Welche Folgen sind zu erwarten?
- Mögliche finanzielle Belastung für kostenlose Regionalmedien, die ihre Zustellkosten selbst tragen müssten.
- Gefahr einer eingeschränkten lokalen Berichterstattung, vor allem in entlegeneren Gemeinden.
- Debatte um die Kriterien für staatliche Förderung: Vertriebsmodell versus publizistische Qualität.
Vertreter der betroffenen Medien betonen, dass ihre Redaktionen regelmäßig vor Ort recherchieren und damit zur öffentlichen Meinungsbildung beitragen; dies gelte ebenso für die Berichterstattung über Kulturereignisse wie die Seefestspiele in Mörbisch oder lokale Gemeinderatssitzungen. Die Entscheidung aus Wien wird daher als Signal gewertet, das die Ausrichtung der Medienförderung neu justieren könnte.
| Förderungsposten | Stand laut Bericht |
|---|---|
| Kaufzeitungen | 22,5 Millionen Euro |
| Gratis-Regionalmedien | ausgeschlossen |
Für Leserinnen und Leser im Bezirk bedeutet das: Wann immer lokale Medien finanziell geschwächt würden, könne dies die Vielfalt und die Tiefe der Berichterstattung vor Ort beeinträchtigen. Kommunalpolitiker fordern daher in der laufenden Diskussion, dass Förderentscheidungen transparenter gemacht und stärker an publizistischen Qualitätsmerkmalen orientiert werden.
Ob und in welcher Form die Bundesregierung auf diese Kritik reagieren wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die Frage der Zustellförderung für viele Gemeinden in Eisenstadt-Umgebung unmittelbare Bedeutung hat – sowohl für den Zugang zu lokalen Informationen als auch für die Unterstützung regionaler Medienstrukturen.