Naturschutz vor der Haustür: Exkursion in Kierling
Bei einem Nachmittagsprogramm des Kierlinger Bürgervereins (KBV) präsentierten der Arbeitskreis „Natur und Umwelt“ und der Zweigverein „Museum“ am Wochenende ein Beispiel für gelingende, kleine-scale‑Naturschutzarbeit in Klosterneuburg. Ausgangspunkt war ein Vortrag der Museumsleiterin Christl Chlebecek mit dem Titel
„Ein Grund zu den vier Jahreszeiten“
Im Anschluss wurde das im Vortrag vorgestellte Grundstück besichtigt: Ein rund 3.200 Quadratmeter großes Areal mit vier Hütten, das nach der Schlägerung von etwa 50 abgestorbenen Fichten eine natürliche Wiederaufforstung erlaubt hat. Das Ergebnis ist nach Angaben der Veranstaltenden eine bemerkenswerte Vegetationsvielfalt mit mehr als 70 verschiedenen Baum‑ und Straucharten.
Die Entwicklung auf dem Gelände macht sichtbar, wie dynamisch Lebensräume reagieren, wenn Eingriffe behutsam erfolgen und natürliche Sukzession zugelassen wird. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer war vor allem die Entstehung von Nachwuchs aus dem Unterholz auffällig: Dort, wo zuvor monotone Fichtenbestände gestanden hatten, zeigt sich heute ein strukturreicher Waldbestand mit heimischen Arten.
Bei einem längeren Halt an der sogenannten Christl‑Hütte erläuterte Eigentümerin Christl Chlebecek persönliche Hintergründe zur Pflege des Grundstücks; der Abschluss des Nachmittags erfolgte mit einer traditionellen Brettljause und dem gemeinsamen „DU‑Trinken“. Einträge im Gästebuch dokumentierten durchgehend positive Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher.
Für Klosterneuburg hat die Veranstaltung mehrere lokale Bedeutungen: Sie fungiert als Anschauungsobjekt für private und kommunale Flächenpflege, sie stärkt das Bewusstsein für Artenvielfalt in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten und sie zeigt modellhaft, wie Kooperation zwischen Vereinen, Museum und Grundbesitzern praktische Naturschutzarbeit ermöglichen kann. Solche Beispiele können Impulse für ähnliche Initiativen in anderen Ortsteilen geben und sind relevant für Haushalte, die sich mit Pflegekonzepten für Grünflächen auseinandersetzen.
- Ort: Kierling, Klosterneuburg
- Initiatoren: Kierlinger Bürgerverein, Arbeitskreis „Natur und Umwelt“, Zweigverein „Museum“
- Besonderheit: Natürliche Wiederaufforstung nach Schlägerung
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Grundstücksfläche | 3.200 m² |
| Geschlägerte Fichten | ca. 50 |
| Nachgewiesene Baum‑/Straucharten | mehr als 70 |