Der Bezirk Völkermarkt weist laut Experten eine gute Ausgangslage im Bereich Naturschutz auf. Entscheidend ist dabei nicht nur großflächiges Landschaftsmanagement, sondern auch der Beitrag privater Gärten und kommunaler Flächen: Blumenwiesen, ungemähte Ecken im Garten, heimische Hecken und Streuobstwiesen können in ihrer Summe viel bewirken.
Kooperationen vor Ort
Als konkretes Beispiel für lokal gelebten Naturschutz nennt Georg Haimburger, Sachgebietsleiter in der Naturschutzabteilung des Landes Kärnten, die Zusammenarbeit in der Gemeinde Feistritz ob Bleiburg mit dem Verein Lebensraum Petzenland-Peca. Ein Kooperationspartner des Vereins ist der Naturgarten/Naravni vrt Silan in Lettenstätten. Die Betreiber des Schaugartens, Hubert und Helga Silan, stellen ihre Anlage als Informations- und Inspirationsquelle für Gartenbesitzerinnen und -besitzer zur Verfügung.
Heimische Hecken und Saatgutaktionen
Ein Schwerpunkt der Naturschutzarbeit im Bezirk liegt auf der Vermehrung autochthoner, also heimischer Heckensorten. Haimburger hebt hervor, dass damit auch die Bekämpfung invasiver Neophyten unterstützt wird. Aus allen Bezirken werden demnach Samen entsprechender Pflanzen gesammelt; Interessierte können diese an speziellen Ausgabetagen abholen.
„Ein sehr wichtiger Schwerpunkt ist, autochtone, heimische Arten von Hecken wieder zu vermehren – auch zur Bekämpfung der Neophyten, die vielerorts bereits Probleme verursachen“,
Fördermöglichkeiten und Praxis-Tipps
Sofern es das Budget zulässt, sind laut Haimburger auch Förderungen für private Projekte möglich. Konkrete Hinweise, wie Gartenbesitzerinnen und -besitzer aktiv werden können, lassen sich aus den genannten Beispielen ableiten:
- Anlegen einer Blumenwiese oder einer ungemähten Gartenecke als Lebensraum für Insekten und Kleintiere.
- Anpflanzen von heimischen Hecken statt exotischer Ziersträucher, um Vogel- und Insektenpopulationen zu fördern.
- Pflege und Anpflanzung von Streuobstwiesen als traditionelle, artenreiche Kulturlandschaft.
- Beteiligung an lokalen Saatgut-Ausgabetagen und Austauschaktionen.
| Maßnahme | Nutzen |
|---|---|
| Blumenwiese / ungemähte Ecke | Lebensraum für Insekten, fördert Pflanzenvielfalt |
| Heimische Hecken | Schutz, Nahrung und Vernetzung für Vögel und Insekten |
| Streuobstwiese | Artenreicher Lebensraum, traditionelle Nutzpflanzen |
Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks bedeutet das: Schon mit überschaubarem Aufwand im eigenen Garten lässt sich ein Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten. Wer konkrete Informationen oder Pflanzenmaterial sucht, findet Anlaufstellen bei lokalen Vereinen wie Lebensraum Petzenland-Peca und beim Naturgarten Silan in Lettenstätten. Kommunen können durch die Bereitstellung von Flächen, Saatgutaktionen oder kleine finanzielle Unterstützungen die lokale Umsetzung zusätzlich erleichtern.
Die Maßnahmen sind nicht als Einzelaktionen zu verstehen, sondern als Teil eines regionalen Netzwerks: Wenn private Gärten, Vereine und Gemeinden zusammenwirken, steigt die Wirkung deutlich – zugunsten von Artenreichtum, Landschaftsqualität und langfristig auch der Erhaltung lokaler Obstsorten und Gewächse.