Wirtschaft Fürstenfeld Bezirk Hartberg-Fürstenfeld

Junger Pächter steht vor ungeklärten Lohnforderungen von rund 130.000 Euro

Der 23-jährige Betreiber des Fürstenbräu in Fürstenfeld übernahm das Traditionslokal im Februar – nun sieht er sich mit offenen Lohnforderungen aus der Vorgängerzeit konfrontiert. Unklar bleibt, warum die Ansprüche gegen den neuen Pächter geltend gemacht werden.

Junger Pächter steht vor ungeklärten Lohnforderungen von rund 130.000 Euro
©Illustration KI Nadine Pichler / steirerblatt.at

Traditionsbetrieb in Fürstenfeld mit neuer Führung und alten Forderungen

Das alte Brauhaus in der Thermenstadt zeigt sich äußerlich in gewohntem Zustand: Kupferne Braukessel stehen weiterhin in der großen Schankstube, in der traditionell Bier vor Ort hergestellt wird. Im Februar hat der 23-jährige Daniel Balogh das Lokal übernommen und eine eigene Firma gegründet; gleichzeitig schloss er mit dem Immobilienbesitzer einen neuen Pachtvertrag ab. Sein Engagement rettete das Haus vor dem endgültigen Schließen – doch bald tauchten finanzielle Probleme aus der Vergangenheit auf.

„Wir haben Platz für 400 Gäste“

Die Arbeiterkammer Fürstenfeld meldete offene Lohnansprüche aus der Zeit vor Baloghs Übernahme. Insgesamt geht es laut den vorliegenden Angaben zunächst um rund 130.000 Euro. Betroffen waren ursprünglich sieben ehemalige Mitarbeiter; inzwischen betrifft die Forderung noch die Löhne von vier Personen, weil Balogh drei frühere Kollegen neu einstellte und diese auf ihre Ansprüche verzichteten.

Rechtliche und praktische Fragen für Beschäftigte und Betreiber

Offen bleibt, weshalb die Forderungen gegen den neuen Pächter geltend gemacht werden. Die Vorgeschichte des Hauses weist bereits mehrere Insolvenzen und Pächterwechsel auf: 2024 endete ein Pächterwechsel in einer Insolvenz mit Verbindlichkeiten von rund 215.000 Euro, und auch im Herbst 2025 gab es einen kurzen Neustart, der wiederum nicht von Dauer war. Nach dem letzten abrupten Abgang seien Mitarbeiter ohne Lohn dagestanden, heißt es in den vorliegenden Informationen.

Für die betroffenen Beschäftigten hat das unmittelbare Auswirkungen: fehlende Lohnzahlungen betreffen Lebenshaltung, Zahlungsfähigkeit und Vertrauen in künftige Arbeitgeber. Für die neue Betriebsführung bedeutet die Situation sowohl eine finanzielle als auch eine rechtliche Belastung, da nun Fragen der Haftung und eventueller Regressansprüche geprüft werden müssen.

Was jetzt zu erwarten ist

Konkrete Angaben zu Gerichtsverfahren oder Entscheidungen der Arbeiterkammer sind aus dem vorliegenden Text nicht enthalten. Aus Sicht der Beschäftigten bleiben zwei zentrale Punkte wichtig:

  • Klärung, wer rechtlich für die offenen Löhne haftet — der frühere Pächter oder der neue Betreiber.
  • Praktische Absicherung laufender Lohnzahlungen für aktuell Beschäftigte im Betrieb.

Für die Öffentlichkeit in Fürstenfeld ist bedeutsam, ob das Brauhaus als Arbeitsplatz und kultureller Treffpunkt erhalten bleibt. Baloghs Bereitschaft, das Lokal weiterzuführen, spricht dafür, dass ein Fortbestand angestrebt wird; gleichzeitig besteht für Behörden und Betroffene Klärungsbedarf in arbeits- und wirtschaftsrechtlicher Hinsicht.

KriteriumAngabe
Brauerei-Kapazität (monatlich)ca. 1.000 Liter
Gästekapazität400
Offene Lohnforderungen (ursprünglich)~130.000 €
Anzahl betroffener Mitarbeiter (aktuell)4

Die Fälle rund um das Fürstenbräu zeigen, wie empfindlich Gastronomiebetriebe auf Pächterwechsel und finanzielle Rückstände reagieren. Für betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bleibt wichtig, in Kontakt mit der Arbeiterkammer und gegebenenfalls mit rechtlicher Beratung zu treten. Für Gäste und die örtliche Wirtschaft wäre es wünschenswert, dass eine nachhaltige Lösung den Weiterbetrieb sichert und weitere Unsicherheiten beseitigt.

Nadine Pichler
Nadine KI Korrespondentin im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld online

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