Die Bezirkshauptmannschaft Hermagor hat sich als Versuchsfeld für eine neue KI-gestützte Telefonlösung positioniert. Seit Mai läuft hier ein Testbetrieb eines Sprachbots, der Standardfragen zu Verwaltungsleistungen – etwa zu Anonymverfügungen – rund um die Uhr und mehrsprachig beantworten soll. Die offiziellen Projektpartner präsentierten das Vorhaben am Donnerstag gemeinsam mit Landeshauptmann Daniel Fellner, Bezirkshauptmann Heinz Pansi und IT-Leiter Christian Inzko.
Was getestet wird und warum es wichtig ist
Zentrales Ziel des Piloten ist, wiederkehrende Routineanfragen automatisiert zu beantworten und dadurch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörde zu entlasten. Gleichzeitig soll die Erreichbarkeit für Bürgerinnen und Bürger verbessert werden: Der Sprachbot steht unabhängig von Amtszeiten zur Verfügung und kann in mehreren Sprachen Auskunft geben. Für die Bezirksverwaltung bedeutet das einen möglichen Qualitätssprung im Bürgerservice bei gleichzeitig effizienterem Personaleinsatz.
- Start des Tests: seit Mai (laufender Praxiseinsatz)
- Ziel: Erfahrungen sammeln, Technologie weiterentwickeln
- Leistung: 24/7-Auskunft, mehrsprachig, Beantwortung von Standardfragen
- Perspektive: Ausrollen in weiteren Bezirkshauptmannschaften und Verwaltungsbereichen in Kärnten
Argumente der Projektbeteiligten
Landeshauptmann Fellner betonte bei der Präsentation, dass Digitalisierung den Bürgerservice verbessern, aber nicht ersetzen solle. Der Sprachbot soll die schnelle und unkomplizierte Auskunftserteilung gewährleisten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Zeit für komplexere Angelegenheiten verschaffen.
„Wir sind der Meinung, dass dieser Sprachbot ein hohes Maß an Servicelevel für die Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stellt. Die Menschlichkeit und das menschliche“
Die Bezirkshauptmannschaft Hermagor nimmt mit diesem Test eine Vorreiterrolle ein: Werden die Praxiserfahrungen positiv bewertet und technische Fragen geklärt, ist ein landesweiter Rollout in Kärnten angedacht. Damit wäre Hermagor Modellregion für eine Technologie, die Behördenkontakte künftig maßgeblich beeinflussen könnte.
Praktische Folgen für Menschen im Bezirk
Für die Bevölkerung bedeutet das konkret: Rund-um-die-Uhr-Zugriff auf häufig nachgefragte Informationen, weniger Wartezeiten in Telefonschleifen und mehrsprachige Unterstützung bei einfachen Anliegen. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie die Schnittstelle zwischen automatischer Auskunft und persönlicher Beratung in der Praxis gestaltet wird — etwa wann Bürgerinnen und Bürger an einen menschlichen Sachbearbeiter weitergeleitet werden.
Die laufenden Tests in Hermagor sollen diese Fragen beantworten und die Grundlage für eine mögliche Ausweitung in andere Kärntner Bezirke bilden. Für die Bevölkerung des Bezirks Hermagor ist damit ein technologischer Veränderungsprozess eingeläutet, der kurzfristig Serviceverbesserungen bringen und langfristig Verwaltungsabläufe verändern könnte.