Im Bezirk Neusiedl am See sind Anfang Juni ein bestätigter und ein wahrscheinlicher Fall von Tularämie (Hasenpest) bei Feldhasen festgestellt worden. Die von dem Bakterium Francisella tularensis ausgelöste Krankheit befällt vor allem wildlebende Hasen und Kaninchen sowie bestimmte Nagetiere und kann unter bestimmten Umständen auch auf Menschen und Hauskaninchen übergehen.
Was ist bekannt
Die Fälle traten im Bereich zwischen Mönchhof und Halbturn auf. Die zuständigen Stellen im Land Burgenland haben die Bevölkerung informiert und einen Appell ausgesprochen:
"Das Land appelliert nun, kranke oder tot aufgefundene Feldhasen nicht zu berühren."Die Behörden weisen zugleich auf die behandelbare Natur der Erkrankung hin; Tularämie ist mit Antibiotika gut therapierbar.
Übertragungswege und Symptome
Die Übertragung auf den Menschen kann durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, durch Zeckenstiche oder andere Insektenstiche erfolgen. Die Inkubationszeit beträgt laut Meldung ein bis 14 Tage. Erste Krankheitszeichen beim Menschen sind meist allgemeines Schwächegefühl und grippeähnliche Beschwerden. Je nach Eintrittspforte können weitere Symptome auftreten, darunter geschwollene Lymphknoten nach Hautkontakt, Entzündungen im Mund- oder Halsbereich bei hoher Erregerlast, sowie Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen. Beim Einatmen der Erreger können Atembeschwerden oder eine Lungenentzündung entstehen.
- Ort der Feststellungen: Bereich zwischen Mönchhof und Halbturn
- Erreger: Francisella tularensis
- Inkubationszeit: 1–14 Tage
- Forderung des Landes: kranke oder tote Feldhasen nicht berühren
Praktische Hinweise für Bewohnerinnen und Bewohner
Für die Menschen im Bezirk gelten folgende Empfehlungen, wie sie das Land Burgenland veröffentlicht hat:
- Tierkadaver oder offensichtlich kranke Feldhasen nicht anfassen.
- Hauskaninchenhalter sollten die Gesundheit ihrer Tiere beobachten und bei Auffälligkeiten tierärztlichen Rat einholen.
- Nach einem möglichen Kontakt mit einem infizierten Tier wird geraten, die eigene Körpertemperatur über drei Wochen täglich zu kontrollieren und bei Beschwerden medizinische Hilfe zu suchen.
Wichtig ist zudem, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch grundsätzlich nicht möglich ist. Nur in seltenen Fällen kann Tularämie einen schweren Verlauf nehmen.
| Betroffene | Häufige Symptome |
|---|---|
| Wildtiere (Feldhasen, Kaninchen, Nagetiere) | Schwäche, Fieber, verstärkte Atemfrequenz |
| Menschen | Allgemeines Schwächegefühl, grippeähnliche Symptome; je nach Eintrittspforte Lymphknotenschwellung, Hals-/Mundentzündung, Durchfall, Erbrechen, Atembeschwerden |
Die Meldung betont, dass Tularämie gut behandelbar ist, wenn sie erkannt wird. Dennoch ist die Beobachtung von Haustieren und Vorsicht im Umgang mit Wildtieren jetzt besonders wichtig. Die lokalen Gesundheits- und Veterinärbehörden stehen für weitere Auskünfte zur Verfügung; Betroffene sollen bei Verdacht auf Infektion medizinischen Rat suchen.
Für die Menschen im Bezirk Neusiedl am See bedeutet das konkret: erhöhte Wachsamkeit in den betroffenen Gebieten zwischen Mönchhof und Halbturn, Vorsicht beim Umgang mit Wildtieren sowie zeitnahe tierärztliche und ärztliche Abklärung bei Auffälligkeiten.