Großprojekt bringt erneuerbare Infrastruktur ins Südburgenland
In der Umgebung von Güssing entsteht derzeit ein umfassendes Erneuerbare-Energien-Projekt, das nach Angaben des Energieunternehmens rund 80 Millionen Euro umfasst. Auf einer Fläche von 120 Hektar wird eine Agri-Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von insgesamt 50 Megawatt errichtet; parallel dazu soll ein Großbatteriespeicher mit 50 Megawattstunden Speicherkapazität installiert werden. Bereits in Betrieb sind derzeit 25 Megawatt der Photovoltaikanlage, weitere 25 Megawatt wurden aufgebaut und sollen im Oktober ans Netz gehen.
Erzeugung, Speicherung und Netzausbau
Die Anlage ist als sogenannte Agri-Photovoltaik konzipiert: Zwischen den Modulreihen bleibt landwirtschaftliche Nutzung möglich, und auf ausgewiesenen Flächen entstehen Biodiversitätsflächen mit etwa 30 Pflanzenarten. Die Projektbetreiber geben an, dass die Gesamtanlage künftig rund 50 Gigawattstunden Sonnenstrom pro Jahr liefern soll. Der Baustart für den Batteriespeicher ist in den kommenden Wochen geplant; die Betreiber peilen eine Inbetriebnahme bis Jahresende an. Der dafür notwendige Netzausbau sei nahezu abgeschlossen.
„Wir bauen keine einzelne Photovoltaikanlage. Wir schaffen die Energieinfrastruktur der Zukunft – mit erneuerbarer Stromerzeugung, leistungsfähigen Speichern und starken Netzen.“
Was das für den Bezirk Güssing bedeutet
Für die Bewohnerinnen und Bewohner im Bezirk hat das Projekt mehrere direkte Auswirkungen:
- Stärkung der lokalen Versorgungssicherheit durch regionale Erzeugung und Speicherkapazitäten.
- Regionale Wertschöpfung durch Investitionen in Höhe von 80 Millionen Euro und Bauphasen, die lokale Firmen und Arbeitskräfte einbinden können.
- Erhalt landwirtschaftlicher Nutzung auf den Flächen durch das Agri-PV-Konzept sowie Schaffung von Biodiversitätsflächen.
Technik und Ökologie
Die Anlage wird mit einer einachsigen Nachführtechnik betrieben, wodurch die Module dem Sonnenstand folgen. Das erhöht die Energieausbeute gegenüber fest installierten Modulen. Die Module sind etwa fünf Meter über dem Boden montiert, so dass zwischen den Reihen landwirtschaftliche Aktivitäten möglich bleiben. Zusätzlich sind unter den Modulen Mischungen aus Gras und Kräutern sowie spezielle Biodiversitätsflächen vorgesehen.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Fläche | 120 Hektar |
| Photovoltaik-Leistung | 50 MW (25 MW in Betrieb, 25 MW im Oktober) |
| Batteriespeicher | 50 MWh (Baubeginn in den kommenden Wochen) |
| Geschätzte Jahresproduktion | 50 GWh |
| Investitionsvolumen | 80 Mio. Euro |
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hebt in Verlautbarungen die Bedeutung solcher Projekte für die Reduktion von Energieimporten und die Krisenfestigkeit des Bundeslandes hervor. Auch der Geschäftsführer des Energieversorgers betont, dass es sich nicht nur um den Bau einer einzelnen Anlage handle, sondern um den Aufbau einer vernetzten Energieinfrastruktur.
Praktische Hinweise für Anrainer
Anrainer können in den kommenden Monaten mit verstärktem Baustellenverkehr und temporären Maßnahmen zum Schutz von Verkehrswegen rechnen. Land- und Forstwirtschaft sollen laut Projektplanung weiterhin auf den Flächen möglich sein; Details zu Pachtmodellen, Zugangsregelungen und Pflege der Biodiversitätsflächen liegen jedoch in der Verantwortung der Betreiber und der betroffenen Gemeinden. Wer Fragen zu konkreten Auswirkungen auf Nachbargrundstücke hat, sollte die Projektkommunikation der Betreibergesellschaft verfolgen oder direkt die Gemeinde kontaktieren.
Insgesamt stellt das Vorhaben einen bedeutenden Schritt zur lokalen Energiewende dar: Mit kombiniertem Ausbau von Erzeugung, Speichertechnologie und Netzinfrastruktur soll die Region unabhängiger von Importen werden und gleichzeitig die Versorgungssicherheit erhöhen.