Am Stadtrand von Güssing errichtet die Burgenland Energie eine großflächige Agri-PV-Anlage auf einer Fläche von 120 Hektar. Das Projekt kombiniert Photovoltaik mit landwirtschaftlicher Nutzung und soll langfristig Strom für die Region liefern sowie lokale Investitionsmöglichkeiten eröffnen.
Technischer Stand und Kapazität
Nach Unternehmensangaben sind bereits Teile der Anlage in Betrieb. Auf den 120 Hektar wurden rund 80.000 bewegliche Photovoltaik-Paneele installiert, deren Technik eine Ausrichtung an der Sonne ermöglicht, um die Energieausbeute zu erhöhen. Laut Verantwortlichen sind derzeit 25 Megawatt in Betrieb, weitere 25 Megawatt sollen in Kürze folgen. Die Anlage soll insgesamt „50 Gigawatt Strom pro Jahr“ für die Region bereitstellen. Im August ist zusätzlich die Umsetzung eines Batteriespeichers geplant, um die Effizienz und Verfügbarkeit des erzeugten Stroms zu verbessern.
"25 Megawatt sind bereits in Betrieb", erklärt Stephan Sharma, Aufsichtsratsvorsitzender der Burgenland Energie, "die restlichen 25 Megawatt werden bald auch Strom liefern."
Landwirtschaftliche Nutzung und Naturschutz
Die Anlage ist als Agri-Projekt konzipiert: Zwischen den Modulen sollen landwirtschaftliche Flächen weiter genutzt werden. Angaben zufolge wachsen dort etwa 30 verschiedene Pflanzenarten, zudem sind Flächen für Kräuter- und Grasarten vorgesehen. Schutzmaßnahmen gegen Vandalismus wurden installiert; gleichzeitig bleibt die Fläche für Wildtiere zugänglich. Diese Doppelnutzung zielt darauf ab, ökonomische Erträge aus Energie und Landwirtschaft zu verbinden und Biodiversität zu fördern.
Regionale Einbindung und Bürgerbeteiligung
Die Betreiber betonen, dass der erzeugte Strom primär in der Region eingesetzt werden soll. Für den Herbst ist ein Bürgerbeteiligungs-Programm angekündigt, das Anwohnern und lokalen Anlegern die Möglichkeit geben soll, sich finanziell zu beteiligen. Vorgesehen ist eine fixe Verzinsung von 3 Prozent über fünf Jahre für eingesetztes Kapital. Darüber hinaus sollen auch lokale Unternehmen von festen Strompreisen profitieren können.
- Fläche: 120 Hektar
- Paneele: rund 80.000 bewegliche Module
- Derzeit in Betrieb: 25 Megawatt
- Weitere Leistung geplant: 25 Megawatt
- Angaben zur Jahresproduktion: 50 Gigawatt Strom pro Jahr (laut Betreiberangaben)
Bedeutung für den Bezirk Güssing
Für den Bezirk bedeutet das Projekt mehrere konkrete Effekte: Erstens eine zusätzliche regionale Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen; zweitens neue Möglichkeiten für Nebenerwerb oder Kooperationsmodelle in der Landwirtschaft durch Agri-PV; drittens mögliche finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger. Ebenso wichtig sind lokale Fragen zu Landschaftsbild, Biodiversität und Zugang für Wildtiere, die durch die Betreiber adressiert werden sollen.
Offene Punkte bleiben: konkrete Details zum Zeitplan der vollständigen Inbetriebnahme, die genaue Ausgestaltung des Bürgerbeteiligungsmodells (z. B. Mindestanlagebeträge oder Zeichnungsmodalitäten) sowie weitergehende Angaben zur Anbindung an regionale Netze und zu den geplanten Preisen für lokale Unternehmen. Diese Informationen dürften in den kommenden Wochen mit den angekündigten Schritten zur weiteren Inbetriebnahme und der Markteinführung des Beteiligungsprogramms präziser kommuniziert werden.
| Parameter | Angabe (laut Betreiber) |
|---|---|
| Fläche | 120 Hektar |
| Paneele | ca. 80.000 bewegliche Paneele |
| In Betrieb | 25 Megawatt |
| Geplante Gesamtleistung | 50 Megawatt (zusammen) |
| Jahresproduktion (laut Angabe) | 50 Gigawatt Strom pro Jahr |
Für Interessierte aus dem Bezirk empfiehlt es sich, die Ankündigungen der Burgenland Energie in den kommenden Wochen zu verfolgen und zur Bürgerbeteiligung nähere Informationen einzuholen. Die Verbindung von Energieerzeugung und Landwirtschaft kann lokale Wertschöpfung steigern; entscheidend wird sein, wie transparent die Beteiligungsmöglichkeiten und die konkreten Bedingungen für Landwirte und Anrainer gestaltet werden.