TRAISEN – Ein Kellerbrand mit vermuteter Auslösung durch eine explodierte Gasflasche, ein verrauchtes Stiegenhaus und zahlreiche vermisste Personen: Die Freiwillige Feuerwehr Traisen Markt nutzte ein neu errichtetes Mehrparteienhaus in der Annenhofsiedlung für eine großangelegte Übung. Ziel war es, die Zusammenarbeit mehrerer Wehren und die Suche in verrauchten Gebäuden unter realistischen Bedingungen zu trainieren.
Übungsablauf und beteiligte Kräfte
Als Übungsszenario galt ein Brand im Keller, aus dem zwei Personen als unmittelbar vermisst gemeldet wurden. Weil zunächst unklar war, wie viele Personen sich noch im Gebäude befanden, stellten die Einsatzbedingungen hohe Anforderungen an die Koordination und die Atemschutztrupps: Das verqualmte Stiegenhaus erschwerte die Orientierung und das Auffinden der Vermissten.
- Durchsuchte Wohnungen: 17
- Gerettete Personen: 11 (dargestellt von Feuerwehrjugend und Mitgliedern der Wehren)
- Beteiligte Feuerwehren: FF Traisen Markt, FF Hainfeld (mit Drehleiter), sowie Mannschaften aus Eschenau, Lilienfeld, Schrambach und Rainfeld
- Zusatzmaterial: zwei Übungspuppen
Technik und Taktik im Einsatz
Die FF Hainfeld unterstützte mit einer Drehleiter, mehrere Atemschutztrupps führten die Gebäudedurchsuchung durch. Neben der Rettung von Personen stand die Erprobung von Kommunikationswegen, Zuordnung der Trupps und das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Wehren im Mittelpunkt.
Auswertung bringt Erkenntnisse für die Praxis
Im Anschluss an die Übung analysierten die Einsatzkräfte die Abläufe gemeinsam und hielten sowohl positive Erkenntnisse als auch mögliche Mängel schriftlich fest. Übungsleiter BSB Florian Blindeneder leitete die Nachbesprechung, in der das Vorgehen in verrauchten Stiegenhäusern und die Personenrettung thematisiert wurden.
| Aspekt | Konkretes |
|---|---|
| Ort | Annenhofsiedlung, Traisen |
| Gebäude | Neues Mehrparteienhaus (noch vor Bezug) |
| Szenario | Kellerbrand, vermutete Gasflaschenexplosion; verrauchtes Stiegenhaus |
| Ergebnis | 17 Wohnungen durchsucht, 11 Personen gerettet |
Relevanz für Bewohner und Einsatzorganisationen
Für die zukünftigen Bewohner des Hauses und die Nachbarschaft ist eine solche Übung von praktischem Wert: Sie prüft nicht nur die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren, sondern zeigt auch, wie rasch und koordiniert im Ernstfall Menschen aus mehreren Wohnungen gerettet werden können. Für die beteiligten Wehren brachte die Übung konkrete Erkenntnisse zur Optimierung von Abläufen bei verrauchten Stiegenhäusern und bei der Versorgungslage in einem mehrstöckigen Wohnhaus.
Die gemeinsame Nachbesprechung und schriftliche Dokumentation der Beobachtungen sollen dazu beitragen, Abläufe zu verbessern und Schwachstellen zu beheben, bevor das Gebäude bezogen wird. Solche Übungen sind daher ein wichtiger Beitrag zur lokalen Sicherheit und zur Ausbildung der Einsatzkräfte.