Trockenheit verschärft Lage auf Milchviehbetrieb in Traisen
Die anhaltende Dürre hat auf dem Milchviehbetrieb der Familie Buchner in Traisen zu erheblichen Ernteausfällen geführt. Der Hof hält etwa 70 Kühe. Beim ersten Grünschnitt im Frühjahr wurden Einbußen von bis zu 50 Prozent verzeichnet; seit Juni konnte kein weiterer Schnitt eingebracht werden. Die Folge: Die betriebseigenen Winterfutterreserven werden bereits verfüttert, zusätzliche Beschaffungen sind zwingend nötig.
Zur Lagebeurteilung besuchten Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Nationalrat Georg Strasser den Betrieb. Die regionale Politik steht damit in engem Kontakt mit Betroffenen und soll weitere Schritte mittragen.
Konkrete finanzielle Belastung und akute Probleme
Um die Tiere weiterhin zu versorgen, sieht sich der Betrieb gezwungen, Winterfutter zuzukaufen und sogar Maisflächen in der Umgebung zu erwerben. Die dadurch entstehenden Mehrkosten beziffert der Landwirt mit rund 40.000 bis 50.000 Euro. Das ist eine unmittelbare Belastung für einen Einzelbetrieb und hat Folgen für Liquidität und Jahresbilanz.
"So ein Ausmaß an Dürre und Trockenheit haben wir noch nicht erlebt"
Diese Aussage bringt das Problem der Futterversorgung auf den Punkt: Viele viehhaltende Betriebe im Bezirk stehen vor derselben Herausforderung. Kurzfristig entscheidend ist, wie die Fütterung über den Winter gesichert werden kann, langfristig stellt die Situation Forderungen an Anpassungsstrategien in der Landwirtschaft.
Welche Hilfen vorgesehen sind
Als Reaktion auf die Schäden werden Unterstützungsmaßnahmen diskutiert. Erwogen werden unter anderem:
- begünstigte Betriebsmittelkredite
- eine Aussetzung der Sozialversicherungsbeiträge
- als Entscheidungsgrundlage: eine erste Schadensbilanz der Österreichischen Hagelversicherung
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, kurzfristig Liquidität zu schaffen und betriebliche Kosten zu senken. Dabei bleibt offen, in welchem Umfang und mit welcher Geschwindigkeit Unterstützung für einzelne Höfe umgesetzt wird.
Auswirkungen für den Bezirk Lilienfeld
Die beschriebenen Probleme betreffen nicht nur den Hof Buchner: Futterknappheit kann in der Region zu steigenden Preisen für zugekauftes Futter führen und damit weitere Betriebe belasten. Zudem drohen Folgen für die Milchproduktion, wenn Rationen eingeschränkt werden müssen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher sind kurzfristige Versorgungsengpässe unwahrscheinlich, wohl aber könnten Kostensteigerungen entlang der Produktionskette wirksam werden.
Für Bäuerinnen und Bauern bedeutet die aktuelle Lage erhöhte Planungsunsicherheit. Neben finanzieller Unterstützung sind Information und Koordination wichtig: Wo kann Futter beschafft werden, welche Notfallwege zur Futterlagerung und -verteilung existieren und welche Förderinstrumente lassen sich rasch aktivieren?
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Anzahl Kühe | ~70 |
| Ernteausfall (erster Grünschnitt) | bis 50 % |
| Zusätzliche Futterkosten | 40.000–50.000 € |
Für Betroffene im Bezirk bedeutet dies: Kurzfristig Futterbedarf klären, mögliche Finanzierungswege prüfen (Bankkredite, kurzzeitige Betriebsmittelkredite) und Kontakt zu den regionalen Behörden suchen, die Förder- und Unterstützungsmaßnahmen koordinieren. Die angekündigten Abklärungen mit der Hagelversicherung sollen den Umfang der Schäden dokumentieren und als Grundlage für weitere Entscheidungen dienen.
Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von Wetterverhältnissen, der Geschwindigkeit staatlicher Hilfsmaßnahmen und dem Funktionieren lokaler Versorgungsnetzwerke ab. Für viele Betriebe bleibt die Futterversorgung die größte kurzfristige Herausforderung.