Heimsieg nach Achterbahn der Gefühle
Gregor Mühlberger hat am Sonntag die Tour of Austria für sich entschieden und damit als erster Österreicher seit 2013 wieder die Österreich-Radrundfahrt gewonnen. Auf der abschließenden fünften Etappe über 109 Kilometer von Langenlois nach Wien genügte dem 32-jährigen Fahrer ein kontrolliertes Durchkommen auf Platz 52, um seine Gesamtführung zu verteidigen und den US-Amerikaner Kevin Vermaerke sowie die Verfolger in Schach zu halten.
Etappensieg und Teamleistung
Den Tagessieg sicherte sich der Brite Sam Watson im Sprint, während Patrick Konrad das Podium der letzten Etappe komplettierte und Dritter wurde. Mühlberger rollte mit breitem Grinsen ins Ziel — ein Bild, das die emotionale Bedeutung dieses Triumphes unterstrich.
„Es ist ein irrsinnig gutes Gefühl. Danke noch einmal an das Team.“
Im ORF-Interview machte Mühlberger deutlich, dass der Erfolg keine Zufälligkeit, sondern Zielsetzung gewesen sei. Er betonte, er sei nicht angereist, um „Top Ten oder Top Fünf“ zu belegen, sondern um die Rundfahrt zu gewinnen. Die Form stehe, so der Sieger, auch mit Blick auf die Vorbereitung für die Tour de France.
Genugtuung nach Nichtnominierung
Besonders vielschichtig ist die Bedeutung des Sieges vor dem Hintergrund seiner jüngsten Erfahrungen: Ursprünglich hatte Mühlberger auf einen Einsatz bei der Tour de France gehofft, wurde aber von seinem Rennstall Decathlon trotz guter Vorbereitung nicht nominiert. Die Zurückweisung wirkte tief, wie der Radprofi selbst erklärte; die Teilnahme an der Heimat-Rundfahrt kam auf Anregung seiner Frau zustande und wurde vom ÖRV ermöglicht. Dieser Weg mündete nun in einen emotionalen Triumph, der Mühlberger als Mannschafts- und Publikumsliebling positioniert.
Ausblick: Rolle bei der Vuelta
Nach einer kurzen Erholungsphase plant Mühlberger, als Edelhelfer von Felix Gall bei der Vuelta zu unterstützen. Die klare Ansage, wieder in Form kommen zu wollen, zeigt, dass der Sieg in Österreich nicht als Saisonhöhepunkt mit Abschied zu sehen ist, sondern als Auftakt für weitere Aufgaben.
- Gesamtsieger: Gregor Mühlberger (Österreich)
- Etappensieger (5): Sam Watson (Großbritannien)
- Schlussplatzierung Tag 5 für Mühlberger: 52. Rang
| Rang | Name | Hinweis |
|---|---|---|
| 1 | Gregor Mühlberger | Gesamtsieger, 32 Jahre |
| 2 | Kevin Vermaerke | Gesamtzweiter (USA) |
| 3 | Sam Watson | Etappensieger der Schlussetappe |
Der Erfolg Mühlbergers ist mehr als ein sportlicher Triumph: Er ist ein Statement nach einer persönlichen Enttäuschung, zugleich eine Bestätigung der Form vor der weiteren Saisonplanung. Für den österreichischen Radsport liefert dieses Ergebnis frische Aufmerksamkeit und einen Hoffnungsträger, der nun als Helfer und Vorbild in den kommenden Großereignissen eine Rolle spielen wird.