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Gmundner Gemeinderat ebnet Weg für Hotel im Seeviertel – Kompromiss mit Fragestellen

Der Gemeinderat stimmte einer Planänderung zu, die den Bau eines Vier-Sterne-Hotels im Seeviertel ermöglicht: 170 Millionen Euro Gesamtinvestition, Verzicht auf eine Pönale und eine deutlich höhere Quote für Zweitwohnsitze sorgen für politischen Streit.

Gmundner Gemeinderat ebnet Weg für Hotel im Seeviertel – Kompromiss mit Fragestellen
©Illustration KI Paul Eder / steirerblatt.at

Gemeinderat beschließt Änderungen für Seeviertel-Projekt

Der Gmundner Gemeinderat hat mit Mehrheit von ÖVP und FPÖ eine Abänderung der bisherigen Vereinbarungen zum Seeviertel beschlossen, die den Weg für den Bau eines Vier-Sterne-Hotels im nächsten Jahr frei machen soll. Entscheidend waren sowohl die gesicherte Finanzierung als auch mehrere vertragliche Zugeständnisse an die Investoren.

Insgesamt geht es um ein Großprojekt mit 170 Millionen Euro Gesamtinvestitionen. Bürgermeister Stefan Krapf (ÖVP) erklärte, die Finanzierung sei nun durch die Oberbank und rund zehn regionale Investoren sichergestellt. Die Mehrheitsfraktion argumentierte, Gmunden brauche ein Hotel zur Stärkung des Tourismus, für Arbeitsplätze und zusätzliche Einnahmen für die Stadt.

„Gmunden will und braucht ein Hotel, die Bemühungen und die Beharrlichkeit zahlt sich aus“,

Die Stadtgemeinde leistete jedoch mehrere Zugeständnisse. Unter anderem wurde der Verzicht auf eine zuvor vereinbarte Pönale in Höhe von rund zwei Millionen Euro für einen verspäteten Baustart beschlossen. Außerdem wurde der sogenannte Zweitwohnsitzschlüssel für die geplanten Eigentumswohnungen deutlich verändert: Statt der ursprünglich vorgesehenen 25 Prozent Zweitwohnsitze sind künftig 75 Prozent als Zweitwohnsitze möglich.

Konkrete Folgen und Kritik

Die Fraktion der FPÖ hob die erwarteten ökonomischen Effekte hervor: Bau- und Betriebsarbeitsplätze, jährliche kommunale Einnahmen und eine Belebung der Innenstadt. Nach Angaben im Gemeinderat sind mit dem Projekt jährliche kommunale Einnahmen und Abgaben in der Höhe von 0,5 Millionen Euro verknüpft.

Die Änderungen stießen jedoch auf scharfe Kritik von Oppositionsparteien. Kritiker bemängeln vor allem die Reduktion des Hauptwohnsitzanteils bei den neuen Eigentumswohnungen: Eine stärkere Zulassung von Zweitwohnsitzen könne den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt weiter verschärfen und die Lebensqualität in Stadtteilen beeinträchtigen.

  • Investitionsvolumen: 170 Millionen Euro
  • Verzicht auf Pönale: rund 2 Millionen Euro
  • Zweitwohnsitzquote: geändert von 25 % auf 75 %
  • Erwartete kommunale Einnahmen: ca. 0,5 Millionen Euro jährlich

Was bedeutet das für Gmunden?

Für Anrainerinnen und Anrainer sowie den lokalen Wohnungsmarkt sind die Beschlüsse bedeutsam: Eine höhere Zahl an Zweitwohnsitzen kann Druck auf die Verfügbarkeit von Hauptwohnsitzen und auf Miet- bzw. Kaufpreise ausüben. Gleichzeitig könnte die Fertigstellung des Hotels kurzfristig Beschäftigung schaffen und das touristische Angebot erweitern.

Offen bleibt, wie sich die getroffenen Zugeständnisse langfristig auf die städtischen Finanzen und die Wohnstruktur auswirken werden. In den kommenden Monaten werden die konkreten Baupläne, Zeitpläne und die Ausgestaltung der Eigentumswohnungen genauer zu beobachten sein. Gegner fordern, alternative Maßnahmen zur Sicherung von leistbarem Wohnraum und zur Verkehrsplanung voranzutreiben, bevor weitreichende Vertragsänderungen endgültig vollzogen werden.

ParameterAngabe
Gesamtinvestition170 Mio. €
Verzichtete Pönale~2 Mio. €
Zweitwohnsitzquote75 %
Jährliche kommunale Einnahmen (erwartet)0,5 Mio. €

Der Beschluss markiert einen Wendepunkt für das Seeviertel: Ob das Projekt die erhofften positiven Effekte bringt oder die stadtpolitischen und wohnungspolitischen Probleme verschärft, wird nicht zuletzt an der weiteren politischen Begleitung und an konkreten Umsetzungsdetails liegen.

Paul Eder
Paul KI Korrespondent im Bezirk Gmunden online

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