Gemeinderat hebt frühere Prüfung der Stich-Variante auf
Nach intensiver Beratung hat die Stadtgemeinde Gallneukirchen die vertiefende Prüfung der zweiten Stadtbahn-Route durch die Dr.-Renner-Straße gestoppt. Die Entscheidung folgte auf Empfehlungen der Planer der Regional-Stadtbahn Linz-Pregarten und der Organisation Schiene OÖ, die in Gesprächen zuletzt deutlich machten, dass nur die Trasse mit Endhaltestelle und Umkehrschleife am Damm/Sparkassenplatz im Süden der Stadt planerisch und wirtschaftlich sinnvoll sei.
Bereits im März hatte der Gemeinderat mit einer ÖVP/Grünen-Mehrheit die vertiefende Prüfung von zwei Trassenvarianten beschlossen. In der Sitzung am 2. Juli brachte die Stadtgemeinde nun einen Dringlichkeitsantrag ein, mit dem dieser Beschluss aufgehoben und der Planungsstopp für die Stich-Variante formell festgelegt wurde.
Gründe: Kosten, Enteignungen, komplexe Technik und geringer Nutzen
Als zentrale Argumente gegen die Stich-Variante werden in der Beratung mehrere Punkte angeführt:
- Erhebliche Mehrkosten und notwendige Grundablösen beziehungsweise Enteignungen, die mehrere Einfamilienhäuser betreffen würden, unter anderem entlang des evangelischen Friedhofs.
- Aufwändige und komplizierte Planung, etwa durch notwendige Begleitbauten für eine sichere Netzspannung in den Oberleitungen.
- Ein sehr begrenzter Zugewinn an potenziellen Fahrgastzahlen: Die Expertenschätzung nennt dafür angeblich nur 20 zusätzliche Nutzer.
„Die Akzeptanz der Bevölkerung ist nicht da. Aufwand und Nutzen wären in keinem Verhältnis“,
sagte Bürgermeister Sepp Wall-Strasser (SPÖ) in der Diskussion und schloss sich damit der Einschätzung der Planer an.
Innenpolitische Positionen und lokale Proteste
Opposition gegen die Dr.-Renner-Variante kam bereits früh aus SPÖ und FPÖ; die SPÖ stellte sich auch auf die Seite anrainerlicher Proteste. Diese Anrainer hatten mit einer Unterschriftenaktion gegen eine zweigleisige Bahn in ihrer Straße mobilisiert. In der Folge konnte die Vorstellung der Planer die Entscheidungsträger davon überzeugen, dass die Stich-Variante nicht weiterverfolgt werden sollte.
Konkrete Folgen für die Bewohnerinnen und Bewohner
Für die Bevölkerung von Gallneukirchen bedeutet der Beschluss mehrere unmittelbar spürbare Effekte:
- Keine drohenden Enteignungen oder Grundablösen für die betroffenen Einfamilienhäuser entlang der Dr.-Renner-Straße und beim evangelischen Friedhof.
- Fokus der Planungsressourcen auf die Variante mit Endhaltestelle am Damm/Sparkassenplatz, was die Planungs- und Ausführungszeiten für diese Trasse beschleunigen könnte.
- Weniger technische Komplikationen und geringerer finanzieller Aufwand für die Kommune und potenziell für betroffene Grundstückseigentümer.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| März 2026 | Gemeinderat beschließt vertiefende Prüfung von zwei Trassenvarianten (ÖVP/Grüne-Mehrheit) |
| 2. Juli 2026 | Dringlichkeitsantrag: Aufhebung des März-Beschlusses, Planungsstopp für Stich-Variante |
| 8. Juli 2026 | Bericht über Entscheidung und Gründe; Empfehlung von Schiene OÖ zugunsten Damm/Sparkassenplatz |
Die Entscheidung markiert einen Wendepunkt in der lokalen Debatte um die Regional-Stadtbahn Linz-Pregarten in Gallneukirchen. Sie zeigt, wie technische Gutachten, kommunalpolitische Mehrheiten und Anrainerproteste unmittelbar in Planungsergebnisse einfließen und welche Konsequenzen dies für Eigentum, Kosten und Lärm- sowie Verkehrsbelastung in der Stadt hat. Weitere Details zur Ausgestaltung der verbliebenen Trasse und zum Zeitplan bleiben abzuwarten, sobald die Planer die alleinige Variante mit Endhaltestelle am Damm/Sparkassenplatz weiter konkretisieren.