Präsentation in Ligist: Fürstenfeld als Beispiel für Stadtkernentwicklung
Bei der jüngsten Ortskernakademie des Landes Steiermark in Ligist wurde die Stadt Fürstenfeld als ein «Best Practice»-Beispiel für Stadtkernentwicklung hervorgehoben. Bürgermeister Franz Jost stellte den städtischen Masterplan vor, der die Thermenhauptstadt als regionales Zentrum stärker ausrichten soll. Die vorgestellten Maßnahmen bündeln Stadtentwicklung, Klimaschutz und Wirtschaftsstrategie.
Drei Säulen des Masterplans
Die Strategie fußt laut Präsentation auf drei zentralen Säulen, die für die Zukunft der Innenstadt von unmittelbarer Bedeutung sind:
- Massiver Ausbau der Ökoenergie-Eigenproduktion zur Stärkung der Energieautonomie und als Standortvorteil für Betriebe.
- Klimafitte Adaption der Innenstadt, mit besonderem Augenmerk auf den Hauptplatz und die städtische Aufenthaltsqualität.
- Innenstadt-Entwicklung entlang klar definierter Zonen, um Nutzungsmischungen, Frequenzen und Leerstandsbekämpfung gezielt zu steuern.
Diese Schwerpunkte verknüpfen wirtschaftliche Ziele mit Klimaschutz: Ökoenergie soll die Attraktivität als Wirtschaftsstandort erhöhen, die klimaresiliente Innenstadt soll für Bewohnerinnen, Händler und Gäste gleichermaßen angenehmer werden.
Regionale Bedeutung und ökonomische Zielgrößen
Fürstenfeld positioniert sich bewusst als Zentrum einer Region, die im Umkreis von 30 Kilometern etwa 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner umfasst. Die Stadt ist Knotenpunkt für vier Thermen, die zusammen rund 1,3 Millionen Nächtigungen verzeichnen. Nach Angaben aus der Präsentation werden rund 30 % des Umsatzes der Innenstadt-Wirtschaft durch Thermengäste generiert.
| Fakt | Zahl |
|---|---|
| Einwohner im 30-km-Radius | 100.000 |
| Nächtigungen Thermenregion | 1,3 Mio. |
| Umsatzanteil durch Thermengäste | 30 % |
| Ziel Leerstand Innenstadt | <10 % |
| Ziel Thermengäste pro Tag | >3.300 |
| Jährlicher Zielumsatz | 200 Mio. Euro |
Die genannten Zielgrößen – etwa ein jährlicher Umsatz von 200 Mio. Euro oder mehr als 3.300 Thermengäste pro Tag – sind ambitioniert und machen deutlich, dass die Stadtplanung eng mit Tourismus- und Wirtschaftsförderung verzahnt werden muss.
Konkrete Folgen für den Bezirk
Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Fürstenfeld und des Bezirks Hartberg-Fürstenfeld sind die Pläne in mehrfacher Hinsicht relevant: Eine verstärkte Ökoenergieproduktion kann langfristig Energiepreise stabilisieren und Arbeitsplätze in neuen Technologien schaffen. Eine klimafitte Innenstadt soll die Aufenthaltsqualität verbessern, den lokalen Handel stärken und Leerstand verringern. Die Zonierung der Innenstadt zielt darauf ab, Nutzungen zu bündeln und so die Frequenz in den Kernbereichen zu erhöhen.
Für lokale Unternehmerinnen und Unternehmer bedeutet das Planen und Umsetzen der Maßnahmen jedoch auch Investitions- und Anpassungsbedarf. Handel, Gastronomie und Dienstleister, die stark vom Thermentourismus abhängen, werden in die Abstimmung einzubinden sein, um die gesteckten wirtschaftlichen Ziele zu erreichen.
Die Präsentation in Ligist unterstreicht, dass die Entwicklung Fürstenfelds als regionales Zentrum nicht isoliert gedacht wird: Sie ist Teil eines landesweiten Austauschs, an dem mehr als 120 Teilnehmende aus Gemeinden, Regionalmanagements, LEADER-Regionen und Landesverwaltung beteiligt waren. Die Herausforderung wird sein, die im Masterplan formulierten Ziele mit konkreten Maßnahmen und Finanzierungsperspektiven zu hinterlegen.
Für die Stadt bleibt die Aufgabe, die Balance zwischen touristischer Nutzung, Lebensqualität für Einheimische und ökologischer Nachhaltigkeit zu finden. Die in Ligist vorgestellten Prioritäten geben dafür eine Richtung vor, deren Umsetzung die nächsten Jahre prägen wird.