Übungsszenario in betrieblich sensibler Anlage
Die Kläranlage der Firma ARIWA diente im Juli als Übungsort für die Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Waidhofen/Thaya. Gruppenkommandant Christoph Odwody hatte ein realistisches Szenario vorbereitet: Während Reinigungsarbeiten wurde ein Mitarbeiter in einem unterirdischen Becken bewusstlos aufgefunden. Die Aufgabe für die Einsatzkräfte lautete, die Lage zu erkunden, Gefahren zu beurteilen und die Person sicher aus dem Becken zu retten.
Beim Eintreffen wurde der Einsatzleiter vor Ort eingewiesen. Zunächst kam ein Mehrgasmessgerät zum Einsatz, das an einer Leine in das Becken hinabgelassen wurde. Die Messungen ergaben einen Sauerstoffmangel, weshalb sofort das Ausrüsten von zwei Atemschutztrupps angeordnet wurde. Damit folgten die Einsatzkräfte den eingesetzten Sicherheitsprotokollen für atmosphärisch gefährdete Räume.
Rettungstaktik: Belüftung, Trage und Drehleiter
Der erste Atemschutztrupp konnte eine bewusstlose Person im Tiefbecken lokalisieren. Parallel wurde ein Druckbelüfter an der Einstiegsluke positioniert, um Frischluft in das Becken zu blasen und die Atemluftqualität zu verbessern. Statt einer raschen Crashrettung wurde bewusst eine schonende Personenrettung geübt: Eine Rettungstrage wurde hinabgelassen, die Verlagerung auf die Trage durchgeführt und der Patient gesichert.
Der zweite Atemschutztrupp unterstützte die Arbeiten, bevor die Person mit der in Stellung gebrachten Drehleiter vertikal durch die Einstiegsluke geborgen wurde. Solche Übungen verbinden technische Aspekte (Gasmessung, Belüftung, Tragenlagerung) mit Mannschaftskoordination und sind besonders wichtig in Anlagen, wo beengte Räume und Luftveränderungen eine Rolle spielen.
Nachbesprechung und örtliche Zusammenarbeit
In der Übungsnachbesprechung wurden sowohl positive Abläufe als auch verbesserungswürdige Punkte offen angesprochen. Solche Debriefings sind zentral, um taktische Lehren zu ziehen und die Einsatzvorbereitung zu optimieren. Die Teilnehmer wurden anschließend von der Firma ARIWA zu einer Stärkung eingeladen – ein Schritt, der die Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Feuerwehr unterstreicht.
- Eingesetzte Kräfte: Freiw. Feuerwehr Waidhofen/Thaya
- Fahrzeuge: Vorausrüstfahrzeug, Tanklöschfahrzeug, Hilfeleistungsfahrzeug, Drehleiter
- Teilnehmerzahl: 19 Mitglieder
| Element | Details |
|---|---|
| Ort | Kläranlage Firma ARIWA |
| Szenario | Rettung aus unterirdischem Becken bei Sauerstoffmangel |
| Einsatzmittel | Mehrgasmessgerät, Druckbelüfter, Rettungstrage, Drehleiter |
| Teilnehmer | 19 Feuerwehrmitglieder |
Für die Menschen im Bezirk ist solche Ausbildung relevant: Kläranlagen und andere Industrieanlagen sind alltägliche Arbeitsplätze, in denen Unfälle mit asphyktischen Gefahren auftreten können. Die geübten Maßnahmen — frühe Gasüberprüfung, Atemschutz, Belüftung und koordinierte Bergung — minimieren im Ernstfall Risiken für Betroffene und Einsatzkräfte. Die Übung zeigt außerdem, dass die lokale Feuerwehr mit geeigneter Ausrüstung und Personalstärke für komplexe Rettungen gerüstet ist.
Weitere Übungen dieser Art tragen dazu bei, Reaktionszeiten zu verkürzen und Abläufe zu standardisieren. Bewohnerinnen und Bewohnern bietet dies erhöhte Sicherheit, da im Ernstfall auf erprobte Teams und Verfahren zurückgegriffen werden kann.