Großkundgebung legt Fernpass für mehrere Stunden lahm
Am Samstag kam es auf der stark befahrenen Fernpassstraße (B 179) zu einer planmäßigen Vollsperre, nachdem zwei Demonstrationszüge von einer Bürgerinitiative angemeldet worden waren. Nach Angaben der Behörden versammelten sich insgesamt rund 950 bis 1.000 Personen an den beiden Standorten auf Reuttener und Imster Seite. Die Sperre begann um 9:45 Uhr und wurde planmäßig gegen 12:00 Uhr wieder aufgehoben.
Die Veranstaltung richtete sich vor allem gegen das so bezeichnete „Fernpasspaket“ der Landesregierung. Auf Reuttener Seite fanden sich knapp 500 Menschen beim Treffpunkt Katzenberg/Schauplatz Burgenwelt Ehrenberg – Klause-Parkplatz ein; auf der Imster Seite versammelten sich etwa 470 Teilnehmer bei Nassereith/Rastland, wie das Reuttener Bezirkspolizeikommando gegenüber der APA mitteilte.
| Ort | Teilnehmer (Behördenangabe) |
|---|---|
| Reutte (Katzenberg/Postwiese) | ~500 |
| Nassereith/Rastland | ~470 |
| Gesamt | ~950–1.000 |
Die Protestzüge setzten sich nach dem Beginn der Sperre in Bewegung und nutzten den zwischen den Treffpunkten liegenden, für den Verkehr gesperrten Abschnitt von etwa 34 Kilometern. In Reutte bewegte sich der Demonstrationszug diesmal in Richtung Postwiese und nahm einen verkürzten Weg im Vergleich zur Kundgebung Ende Juni.
„Ein kurzer Marsch und viele Reden“,
so fasste ein Sprecher der Bürgerinitiative die geplante Vorgehensweise zusammen. Im Unterschied zur Kundgebung Ende Juni war der dieswöchige Protest lauter und deutlich mit Sprechchören versehen; wiederholt warfen Teilnehmer Slogans wie „Wir wollen euren Tunnel nicht, wir wollen eure Maut nicht“ in den Demonstrationszug.
Konkrete Bedeutung für Einwohner und Verkehr
Die Vollsperre der Fernpassstraße betrifft Pendler, lokal tätige Unternehmen und den touristischen Verkehr. Auch wenn die Sperre nur einige Stunden dauerte, wirkt sie sich aus:
- Wegfall der Hauptverbindung über den Fernpass während der Sperrzeit mit Umleitungen und Wartezeiten;
- Belastung angrenzender Straßen und Parkplätze durch Verlagerung des Verkehrs;
- Unterbrechungen für touristische An- und Abreisen in die Feriengebiete rund um Reutte.
Die Organisatoren bedauerten das Fernbleiben hochrangiger Politiker von ÖVP und SPÖ, die laut Angaben der Bürgerinitiative Zusagen nicht einhielten. Polizeikräfte begleiteten die Kundgebungen und sorgten für die Verkehrssicherheit; eine Gefährdungssituation wurde bislang nicht gemeldet.
Für die kommenden Wochen sind weitere Aktionen der Bürgerinitiative nicht ausgeschlossen, solange die Forderungen an die Landesregierung unbeantwortet bleiben. Betroffene Pendler und Reisende sollten Ankündigungen zu Demonstrationen auf der B 179 in regionalen Verkehrsinformationen beobachten und bei geplanten Fahrten etwas mehr Zeit einplanen.