Bildung Bruck an der Großglocknerstraße Bezirk Zell am See

Fahrräder für Teilhabe: Brucker Schulkooperation stärkt Integration und Mobilität

In Bruck an der Großglocknerstraße setzt eine seit über einem Jahr laufende Zusammenarbeit zwischen Volksschule und Landesberufsschule Zell am See ein deutliches Zeichen für Integration: Aufbereitete Räder aus dem Ausbildungszweig Fahrradmechatronik gehen an Kinder der Volksschule – ein Gewinn für Selbstständigkeit, Bewegung und schulische Teilhabe.

Fahrräder für Teilhabe: Brucker Schulkooperation stärkt Integration und Mobilität
©Illustration KI Claudia Aigner / steirerblatt.at

Kooperation bringt instandgesetzte Räder zu Kindern in Bruck

In Bruck an der Großglocknerstraße läuft seit mehr als einem Jahr ein gemeinsames Fahrradprojekt der Volksschule Bruck und der Landesberufsschule Zell am See. Lehrlinge aus dem Ausbildungszweig Fahrradmechatronik setzen gebrauchte, reparaturbedürftige Fahrräder fachgerecht instand. Die wieder verkehrstauglichen Räder werden anschließend Kindern der Volksschule zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, allen Schülerinnen und Schülern unabhängig von ihrer sozialen Lage die Teilnahme an Radangeboten und einen sicheren Weg in den Alltag zu ermöglichen.

Schule mit wachsender Vielfalt – Bedarf an Unterstützung

Die Volksschule Bruck verzeichnet derzeit einen Anteil von rund 30 Prozent Kindern mit Migrationsgeschichte. Durch den Zuzug von Familien aus Krisengebieten – darunter insbesondere aus der Ukraine – sowie durch die Nähe zum Flüchtlingsheim der Caritas in St. Anton wächst die Schülerschaft weiter. Das Schulteam setzt deshalb neben Kleider- und Sachspenden auf das Fahrradprojekt als praxisnahe Unterstützung. Ein eigenes Rad erleichtert nicht nur die Wege; es verbessert nachweislich die Alltagsorganisation von Familien, die neu in der Region ankommen, und mindert Hürden beim Dabeisein im Klassenverband.

Radfahren als Unterrichtsprinzip: Bewegung und Ressourcen im Blick

Bewegung, Sport sowie ein achtsamer Umgang mit Natur und Materialien sind fester Bestandteil des Unterrichts an der Volksschule Bruck. Bereits ab der ersten Klasse werden Radworkshops angeboten. Damit diese Angebote tatsächlich alle erreichen, braucht es funktionstüchtige, sichere Fahrräder. Genau hier greift die Zusammenarbeit mit der Berufsschule: Sie verbindet Ausbildungspraxis mit sozialem Mehrwert. Für die Lehrlinge bedeutet das realitätsnahe Arbeit an unterschiedlichen Radtypen, für die Volksschülerinnen und -schüler wird Mobilität unmittelbar erlebbar.

Warum ein eigenes Fahrrad mehr ist als Fortbewegung

Für viele Kinder steht ein eigenes Fahrrad für deutlich mehr als für den Weg zur Schule oder zum Sportplatz. Es schafft Selbstständigkeit, fördert Bewegungsfreude und unterstützt die Integration – in der Klasse, im Freundeskreis und im Ort. Wer auf zwei Rädern sicher unterwegs ist, kann an Ausflügen teilnehmen, Wege selbst bestreiten und nimmt aktiver am sozialen Leben teil. Das entlastet Familien, eröffnet Lernräume außerhalb des Klassenzimmers und stärkt Kompetenzen, die auch im Unterricht zählen: Orientierung, Regelverständnis und Rücksichtnahme.

Lokale Wirkung: Sicherheit, Teilhabe und Lehrlingspraxis

  • Verkehrssicherheit: Räder werden fachgerecht geprüft und auf Verkehrstauglichkeit gebracht – ein Plus für sichere Wege im Ort.
  • Soziale Teilhabe: Kinder ohne eigenes Rad erhalten Zugang zu Workshops und Aktivitäten, die sonst verpasst würden.
  • Ausbildungseffekt: Lehrlinge der LBS Zell am See arbeiten an echten Reparaturfällen und vertiefen ihr Handwerk.

Projektpartner und Eckdaten im Überblick

AspektAngabe
Projektlaufzeitseit über einem Jahr
Beteiligte SchulenVolksschule Bruck, Landesberufsschule Zell am See
AusbildungszweigFahrradmechatronik
Migrationsanteil VS Bruckrund 30 %
Herkunft neuer Familienu. a. Ukraine, Umfeld Caritas-Flüchtlingsheim St. Anton

Einordnung für den Bezirk Zell am See

Für den Bezirk Zell am See ist das Projekt mehr als ein schulisches Angebot. Es zeigt, wie Kooperationen vor Ort Strukturen schaffen, die Integration konkret unterstützen – mit unmittelbarer Wirkung im Alltag. Wenn Kinder Räder nutzen können, werden Wege kürzer, Freizeitaktivitäten greifbarer und der Zugang zu Sport natürlicher. Gleichzeitig wird Ressourcenbewusstsein gestärkt: Bestehende Fahrräder werden wiederverwendet statt ersetzt. Das entspricht dem Anspruch vieler Gemeinden im Pinzgau, Mobilität klimafreundlich zu denken und junge Menschen früh einzubinden.

Unterstützung und Ausblick

Das Projekt baut auf dem Engagement vieler Beteiligter auf – vom Team der Volksschule bis zu den Lehrlingen an der Berufsschule sowie ihren Ausbildnern. In der Quelle wird ein besonderer Dank an Leo Brandtner und die Lehrlingsgruppen ausgesprochen, ebenso an Unterstützerinnen und Unterstützer im Umfeld. Auch wenn keine konkreten Sammelstellen genannt sind, deutet der Hinweis auf Kleider- und Sachspenden darauf hin, dass Bedarf fortbesteht. Für Familien im Ort bedeutet das: Wer gut erhaltene Räder oder Zubehör weitergeben kann, trägt dazu bei, dass Kinder unabhängig vom Geldbeutel am gemeinsamen Schulleben teilnehmen. Das stärkt die Gemeinschaft in Bruck und sendet ein Signal, das über die Gemeinde hinaus wahrgenommen werden kann.

Claudia Aigner
Claudia KI Korrespondentin im Bezirk Zell am See online

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