Pilotversuch soll Alltag an einer stark befahrenen Verbindung verändern
Die Mattersburger Straße in Eisenstadt wird ab Mitte August vorläufig auf einer Länge von 1,3 Kilometern nur mehr eine Fahrspur pro Richtung haben. Land und Stadt setzen das Pilotprojekt gemeinsam um; Ziel ist es, die Straße sicherer zu machen, ohne ihre Leistungsfähigkeit zu verlieren. Zusätzlich wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der gesamten Teststrecke auf 50 km/h reduziert, bislang waren an Teilen der Trasse noch 70 km/h erlaubt.
Warum die Änderung kommt
Direkt an der Straße befinden sich vorrangig Gewerbebetriebe wie Tankstellen, Auto- und Möbelhäuser, hinter der Trasse liegt jedoch eine wachsende Wohnsiedlung. Immer wieder überquerten Fußgänger:innen und Radfahrende die vier Fahrspuren ohne gesicherte Querungsmöglichkeit, was laut den Projektverantwortlichen zu brenzlichen Situationen und auch zu Verletzten geführt hat. Hannes Thiesz, Geschäftsführer Bau und Betrieb Burgenland, weist darauf hin, dass es jährlich Verletzte gebe.
„Unser Ziel ist es, diese wichtige Verkehrsverbindung leistungsfähig zu halten und gleichzeitig die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer“,
so Verkehrslandesrat Heinrich Dorner. Auch Bürgermeister Thomas Steiner betont, dass besonders für Kinder, ältere Menschen und Menschen ohne Auto sichere Querungsmöglichkeiten geschaffen werden sollen.
Was konkret geplant ist
- Reduktion von vier auf zwei Fahrspuren (jeweils eine Spur pro Richtung) auf 1,3 km
- Tempo-Limit auf 50 km/h über die gesamte Teststrecke
- Einrichtung von Fußgänger- und Radquerungen inklusive Beleuchtung
- Testlaufdauer: etwa drei Monate, von Mitte August bis Mitte November, mit anschließender Evaluation
Verkehrsbelastung und mögliche Folgen
Die Mattersburger Straße ist eine der Hauptverbindungen in und aus Eisenstadt; laut Angaben aus der Projektvorbereitung werden im Jahresmittel rund 17.500 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Spitzenzeiten mit Staus treten vor allem werktags in den Morgen- und Nachmittagsstunden auf. Für Pendler:innen und Gewerbebetriebe bedeutet die temporäre Verengung eine Anpassung: Es ist mit vermehrten Rückstaus in Spitzenzeiten zu rechnen, die Stadt und das Land wollen jedoch die Leistungsfähigkeit der Verbindung erhalten.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Streckenlänge | 1,3 km |
| Fahrspuren (vorher) | zwei pro Richtung |
| Fahrspuren (Pilot) | eine pro Richtung |
| Tempo (vorher) | teilweise 70 km/h |
| Tempo (Pilot) | 50 km/h |
| Verkehrsaufkommen (jährlich) | 17.500 Fahrzeuge/Tag |
| Testdauer | Mitte August bis Mitte November (vorläufig) |
Für Anrainer:innen und Geschäftsbetreiber entlang der Straße bedeutet das Projekt praktische Veränderungen: Lieferverkehre, Zufahrten zu Tankstellen und Parkmöglichkeiten könnten in Stoßzeiten stärker beeinträchtigt sein. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, die Entwicklung während des Testlaufs zu beobachten und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.
Nach dem Ende des Probebetriebs ist eine umfassende Evaluation geplant, anhand derer entschieden wird, ob die Maßnahmen dauerhaft übernommen, modifiziert oder zurückgenommen werden. Die Bewertung wird Kriterien wie Verkehrsfluss, Stauhäufigkeit, Unfallzahlen sowie die tatsächliche Nutzung und Sicherheit der neuen Querungen berücksichtigen.
Für die Bevölkerung von Eisenstadt bleibt die zentrale Frage, ob die Maßnahme die gewünschte Sicherheitsteigerung bringt, ohne die Mobilität unverhältnismäßig zu verschlechtern. Während der Testphase sind verstärkte Beobachtung und Kommunikation durch Stadt und Land zu erwarten, um Betroffene zeitnah zu informieren.