Versuchsfläche in Fürstenfeld: Eichen mit unterschiedlicher Herkunft
In einem Waldstück der Stadtgemeinde Fürstenfeld werden derzeit Stieleichen mit verschiedener genetischer Herkunft auf einer Versuchsfläche gepflanzt und beobachtet. Ziel des Projekts ist es, die klimatische Anpassungsfähigkeit dieser Bestände für den Raum Hartberg-Fürstenfeld zu prüfen. Die Pflanzen stammen aus vier unterschiedlichen Nationen; geprüft wird ihre Eignung als Bestandteil künftiger Mischwälder.
Hintergrund: Warum jetzt umgebaut wird
Die Stadt Fürstenfeld verfügt aktuell — verteilt auf Parzellen im Stadtgebiet, in allen Ortsteilen und einem Revier in Burgau — über insgesamt rund 645 Hektar Wald. Wie Stadtförsterin Christine Schmidl erklärt, zwingen steigende Hitze, wiederholte Unwetter sowie erhebliche Sturmschäden in den vergangenen Monaten einen ökologisch ausgerichteten Umbau. Nach extremen Ereignissen im Februar 2026 (Schneebruch) und im März 2026 (massive Windwürfe) steht die Abkehr von Fichten-Monokulturen hin zu widerstandsfähigen Mischbeständen im Vordergrund.
Die Eiche als Schlüsselart
Für die künftige Gestaltung der Wälder nennt die Forstexpertin die Eiche als zentralen Baum. In ihren Worten:
"Die Eiche ist der Zukunftsbaum in der Region. Sie verfügt über ein weitreichendes Wurzelsystem und erreicht Tiefengrundwasserhorizonte".
In Kombination mit anderen Laub- und Nadelarten, etwa Buche, Ulme, Ahorn, Linde, Weißkiefer und Tanne, soll die Eiche helfen, standortgerechte, stressresistente Mischwälder zu entwickeln. Entscheidend sind dabei tiefreichende Wurzeln, robuste Kronen und eine Sortenvielfalt, die Trockenheit und Sturm besser verkraftet.
- Flächenausmaß: ca. 645 Hektar im Besitz der Stadtgemeinde
- Versuchsaufbau: Stieleichen aus vier Nationen mit unterschiedlicher genetischer Herkunft
- Ausgangslage: Zunehmende Hitzebelastung, Schneebruch (Februar 2026) und Windwurf (März 2026)
Konsequenzen für die Region
Für Waldbesitzerinnen und -besitzer sowie die Bevölkerung von Fürstenfeld bedeuten die Maßnahmen konkrete Veränderungen: Pflanzentscheidungen werden vorausschauender getroffen, Holzlieferketten und Schutzfunktionen der Wälder (z. B. Erosionsschutz, Wasserrückhalt, Naherholung) sollen langfristig stabiler werden. Die Versuchsfläche liefert Daten, die künftige Aufforstungen und Pflegekonzepte in der Gemeinde präziser ausrichten können.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Flächengröße | ca. 645 ha (städtische Wälder, inkl. Parzellen und Burgau-Revier) |
| Baumart im Fokus | Stieleiche (verschiedene genetische Herkünfte) |
| Weitere Arten | Buche, Ulme, Ahorn, Linde, Weißkiefer, Tanne |
Die Stadtförsterin betont, dass nur durch gezielte Auswahl klimaangepasster Arten und durch vielfältige Mischbestände die Wälder für künftige Extremwetterlagen gewappnet werden können. Die Ergebnisse dieses Projekts dürften deshalb nicht nur für Fürstenfeld, sondern für weite Teile des Bezirks Hartberg-Fürstenfeld von Bedeutung sein.