10. Juli 2026 – Die Stadtgemeinde Deutschlandsberg setzt einen Schwerpunkt auf die Reaktivierung brachliegender Immobilien: Auf Initiative der Grünen wird aktuell geprüft, eine digitale Plattform einzuführen, die leerstehende Wohn- und Geschäftsflächen systematisch erfasst und sichtbar macht.
Projektziel: Angebot und Nachfrage lokal zusammenführen
Vorgesehen ist eine Anwendung, die freie Objekte sowohl im städtischen Eigentum als auch privat genutzte, derzeit unbewohnte oder ungenutzte Räume sammelt und mittels GIS-Daten räumlich darstellt. Damit soll eine transparente Grundlage für jene geschaffen werden, die Flächen suchen — sei es für Wohnen, Gewerbe oder Zwischennutzungen — und jene, die Flächen anbieten.
Warum das für den Bezirk wichtig ist
Die Wiederverwendung bestehender Gebäude vermeidet zusätzliche Bodenversiegelung, kann kommunale Einnahmen stärken und die vorhandene Infrastruktur effizienter nutzen. Insbesondere für die Innenstadt von Deutschlandsberg und die Ortsteile bedeutet dies die Chance auf mehr Belebung ohne neue Bauflächen zu beanspruchen.
- Transparenz: Sichtbarmachen von leerstehenden Flächen für Interessenten.
- Nachhaltigkeit: Reduktion von Flächenverbrauch durch Reaktivierung vorhandener Gebäude.
- Wirtschaftlicher Nutzen: Potenziell zusätzliche Einnahmen für die Stadtkasse und neue Nutzungen für Gewerbetreibende.
„Wir wollen den Leerstand nicht verwalten, wir wollen ihn mobilisieren.“
Dieses Zitat der Gemeinderätin und Bezirkssprecherin der Grünen, Maria Huber, fasst die Zielsetzung zusammen: Leerstand soll aktiv in Umlauf gebracht werden, statt nur dokumentiert zu werden. Ein derartiger Ansatz zielt darauf ab, rasch Umnutzungen oder Zwischenlösungen zu ermöglichen und so dem Verfall entgegenzuwirken.
Umsetzungsprofil und Zeitplan
Derzeit befindet sich das Projekt in der Prüfphase; als Orientierung wird ein Start noch in diesem Jahr angestrebt. Als Vorbild dient die Plattform der Stadtgemeinde Eisenerz, die bereits Erfahrungen mit einer digitalen Leerstandsdatenbank gesammelt hat. Für Deutschlandsberg geht es nun um die technische Implementierung, die Abstimmung mit Eigentümern und die Frage nach Datenschutz sowie der Integration kommunaler GIS-Daten.
| Aspekt | Stand |
|---|---|
| Initiative | Grüne Deutschlandsberg / Stadtgemeinde |
| Technologie | Digitale Plattform mit GIS-Visualisierung |
| Zielstart | dieses Jahr (in Prüfung) |
Für Eigentümer bedeutet die Plattform ein neues Instrument, ihre leerstehenden Objekte sichtbar anzubieten; für Mieter, Gründer und Gemeinden eröffnet sie neue Möglichkeiten, passende Standorte zu finden. Entscheidend werden in den nächsten Wochen die konkreten Datenschutz- und Beteiligungsregeln sowie Vereinbarungen zur Einbindung privater Eigentümer sein. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, die weitere Entwicklung transparent zu begleiten und die Öffentlichkeit über nächste Schritte zu informieren.
Welche konkreten Effekte das Projekt in Deutschlandsberg zeitigen wird, hängt wesentlich von der Akzeptanz bei privaten Eigentümern, der technischen Umsetzung und der Verknüpfung mit lokalen Förder- oder Beratungsangeboten ab. Klar ist: Die digitale Erfassung bietet die Chance, vorhandene Potenziale schneller nutzbar zu machen und damit die Ortskerne zu stärken.