Beratervertrag, Broschüre und der schmale Spielraum unter der Ausschreibungsschwelle
In Dornbirn sorgt die Anstellung eines externen Beraters und die Produktion der Broschüre „Vision Stadt Dornbirn“ für heftige Diskussionen unter den Fraktionen. Betroffen sind formale Fragen der Auftragsvergabe ebenso wie politische Zuständigkeiten und Kosten für die Stadtgesellschaft.
Der Berater, Dominik Steinwidder, ehemaliger Wahlkampfleiter der SPÖ, ist seit dem 15. September 2025 per Werkvertrag für den Bürgermeister tätig. Sein Honorar beträgt laut Unterlagen 5.000 Euro pro Monat zuzüglich Umsatzsteuer; der Vertrag ist bis zum 31. Dezember 2027 befristet. In der Folge ergibt sich ein Beratungsvolumen von knapp 140.000 Euro — ein Betrag, der nach Angaben aus der Debatte knapp unter dem Schwellenwert von 143.000 Euro liegt, ab dem eine Ausschreibung vorgeschrieben wäre.
- Berater: Dominik Steinwidder (ehem. SPÖ-Wahlkampfleiter)
- Beginn der Tätigkeit: 15. September 2025
- Monatliches Honorar: 5.000 Euro zzgl. USt.
- Vertragsende: 31. Dezember 2027
- Gesamthonorar für Beratung und Broschüre: knapp 140.000 Euro
Auslandauftrag und Nähe zur Agentur
Die 60-seitige Broschüre, mit der der Bürgermeister seine Zukunftsvorstellungen für die Messestadt darlegt, wurde nicht lokal, sondern von der Schweizer Agentur „Institut für Geldkultur“ in Goldach erstellt. Nach Berichten flossen davon rund 100.000 Euro an die Schweizer Agentur. Kritiker verweisen darauf, dass Steinwidder laut Agentur‑Homepage in einem Naheverhältnis zur Agentur als "Botschafter" genannt wird — ein Umstand, der Fragen zu möglichen Interessenskonstellationen aufwirft.
"Die Beratung erfolgt gegenüber dem Bürgermeister und nicht gegenüber einer politischen Partei."
Dieses knappe Statement gab Bürgermeister Markus Fäßler bereits in der Dezember-Anfragebeantwortung auf Kritik der ÖVP‑Stadtpartei zurück, nachdem ÖVP‑Stadtparteiobmann Thomas Winsauer eine parlamentarische Anfrage gestellt hatte.
Reaktionen der Oppositionsfraktionen und Folgen für die Kommunikation
Vertreter von ÖVP, FPÖ und Neos fühlen sich nach eigenen Angaben übergangen, weil die politischen Gremien offenbar nicht vorab in die Erstellung der „Vision“ eingebunden wurden. In Zeiten, in denen die Stadtverwaltung Sparmaßnahmen diskutiert, stößt das Volumen des Auftrags und die Wahl einer ausländischen Agentur auf scharfe Kritik.
| Position | Fakt |
|---|---|
| Berater | Dominik Steinwidder (Werkvertrag) |
| Monatsgage | 5.000 Euro zzgl. USt. |
| Vertragszeitraum | 15.09.2025–31.12.2027 |
| Gesamtkosten Broschüre | knapp 140.000 Euro (rd. 100.000 Euro an CH-Agentur) |
Für die Menschen in Dornbirn geht es bei dieser Debatte weniger um Personalien als um Transparenz öffentlicher Ausgaben und die Frage, wie weit der Bürgermeister allein über Kommunikationsmittel und strategische Beratungen entscheiden darf. Die Opposition fordert mehr Einbindung der politischen Gremien und klare Regeln, damit Aufträge nicht nur rechtlich, sondern auch politisch nachvollziehbar vergeben werden können.
Ob die Causa weitere Prüfungen oder parlamentarische Nachfragen nach sich zieht, ist offen. Fest steht: Die Diskussion um externe Beratung, Auftragsvolumen und die Einbindung von Mandataren wird die lokale politische Debatte in den kommenden Wochen prägen.