Lesung beim Stadtfest führte zu öffentlicher Debatte
Beim Stadtfest „Sommer im Park“ in Dornbirn ist am Samstagnachmittag eine Lesung zweier Dragqueens zu einer lokalen Debatte geworden. Die Veranstalterinnen und Veranstalter hatten einen Pride-Schwerpunkt gesetzt und wollten mit der Aktion Vielfalt und Offenheit thematisieren. Das Programm wurde nach Angaben der Organisatoren für ein junges Publikum konzipiert; eine Sexualisierung habe nicht stattgefunden.
Die beiden Künstlerinnen, die unter den Namen Frau Bürgerschreck und Athene Atlas auftraten, lasen dem Publikum aus Kinderbüchern vor und sangen bekannte Lieder aus dem Disney-Repertoire. Die Lesung verlief großteils friedlich; anwesende Polizistinnen und Polizisten mussten nicht einschreiten. Vereinzelte Zwischenrufe führten jedoch zu einem kurzen Eklat.
Petition und Vorwürfe von Kritikern
Im Vorfeld und während der Veranstaltung hatte es Kritik aus Teilen der Bevölkerung gegeben. Eine Online-Petition forderte laut Berichten den Stopp des Auftritts mit der Begründung, es handle sich um die Verbreitung einer "queeren Agenda" und um eine mögliche Beeinflussung von Kindern.
"queere Agenda" ... Kinder könnten "sexuell beeinflusst" werden
Die Veranstalter wiesen diese Vorwürfe zurück und betonten, das Programm sei altersgerecht gestaltet worden. Beobachtungen vor Ort legen nahe, dass das Publikum überwiegend aus Erwachsenen bestand; nur vereinzelt seien Kinder anwesend gewesen, von denen manche noch zu jung gewesen seien, um das Gesehene bewusst einordnen zu können.
Was bedeutet das für Dornbirn?
Die Auseinandersetzung zeigt, dass kulturelle Angebote in Dornbirn nicht nur Unterhaltung sind, sondern auch gesellschaftliche Spannungen abbilden. Für die Stadt und ihre Veranstalter stellt sich die Frage, wie künftig Veranstaltungen kommuniziert und vorbereitet werden müssen, damit es zu möglichst wenigen Missverständnissen kommt. Ebenso wird deutlich, dass Initiativen zur Vielfalt sowohl Unterstützung als auch Widerstand auslösen können.
Für Besucherinnen und Besucher lokaler Veranstaltungen ergeben sich daraus konkrete Folgen: Veranstalterinnen sollten Programme klarer kennzeichnen, die Zielgruppen präziser ausweisen und auf Sensibilität bei öffentlichen Ankündigungen achten. Bürgerinnen und Bürger wiederum sollten sich vor dem Besuch über Inhalte informieren, um gezielte Kritik oder Unterstützung sachlich einordnen zu können.
- Event: Stadtfest „Sommer im Park“
- Ort: Dornbirn (angemeldeter Veranstaltungsort beim Stadtfest)
- Auftrittende: Frau Bürgerschreck, Athene Atlas
- Verlauf: größtenteils friedlich, kurze Zwischenrufe, keine polizeiliche Intervention
| Datum (Bericht) | 09.08.2026 |
|---|---|
| Art der Veranstaltung | Lesung/Unterhaltung mit Pride-Schwerpunkt |
| Störfälle | kurze Zwischenrufe, Petition gegen Auftritt |
Die Diskussion um die Dragqueen-Lesung ist Teil einer breiteren Debatte über kulturelle Angebote in Dornbirn. In den kommenden Wochen ist damit zu rechnen, dass Veranstalterinnen und Veranstalter sowie politische Vertreterinnen und Vertreter Stellung nehmen werden. Für die lokale Öffentlichkeit bleibt entscheidend, wie offen und respektvoll solche Diskussionen geführt werden, damit kulturelle Vielfalt und Sicherheit gleichermaßen gewährleistet bleiben.